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Anja Pärson hatte bei ihrem schweren Crash Glück im Unglück © getty

Nach dem schweren Sturz von Anja Pärson wird die Kritik am Veranstalter lauter. Die Rennleitung zieht nun die Konsequenzen.

Whistler - Olympiasiegerin Lindsey Vonn schlug geschockt die Hand vors Gesicht, Bronzemedaillen-Gewinnerin Elisabeth Görgl und Schwedens Ski-Legende Pernilla Wiberg weinten vor Schreck: Der schlimme Sturz von Anja Pärson bei der Olympia-Abfahrt in Whistler hat die Ski-Welt geschockt.

Dass die Schwedin bei ihrem Abflug mit leichteren Verletzungen davonkam, gleicht einem Wunder.

"Das war verdammt knapp. Sie hätte dabei leicht zu Tode kommen können", sagte Pärsons Vater Anders geschockt.

Seine Tochter selbst sprach vom "schlimmsten Sturz meiner Karriere. Aber es ist ja noch einmal gut gegangen." (204432DIASHOW: Die Bilder der Abfahrt)

Möglicher Start bei Super-Kombi

So gut, dass ihr Vater einen Start bei der Super-Kombination trotz Muskelblessuren in der linken Wade und im linken Oberschenkel sowie zahlreicher blauer Flecke nicht ausschließen wollte. (Zeitplan: Die Olympischen Spiele)

"Es gibt immer eine Chance", sagte er. Auch Cheftrainer Ulf Emilsson meinte: "Wer Anja kennt wie ich, weiß, dass sie zurückkommen wird."

"Tränen in den Augen"

In den Minuten nach Pärsons Crash schien daran nicht zu denken, alle Beobachter befürchteten schwerste Verletzungen.

"Sowas habe ich noch nie gesehen. Ich hatte Tränen in den Augen", sagte Wiberg, die das Rennen für den schwedischen Fernsehsender SVT kommentierte.

Die Österreicherin Görgl konnte sich zunächst nicht über ihre Medaille freuen. "Ich habe Tränen vergossen, weil die Anja so schwer gestürzt ist. Sie wäre heute sicher vor mir gewesen", sagte sie.

Landung nach 60 Metern

Pärson lag auf Silberkurs, als sie beim Zielsprung "Hot Air" die Kontrolle verlor und nach 60 Metern auf der hartgefrorenen Piste aufschlug.

Bei einem ähnlichen Sturz hatte Daniel Albrecht vor einem Jahr auf der "Streif" in Kitzbühel schwerste Verletzungen erlitten.

Dem Schweizer geht es mittlerweile wieder besser, Rennen konnte er aber noch nicht wieder fahren.

Glück im Unglück

"Wenn man Anjas Crash sieht, ist es ein Wunder, dass sie überhaupt noch laufen kann. Sie ist glücklich, dass sie überlebt hat", sagte Emilsson.

Nur Glück, Geschick und Routine habe Pärson vor Schlimmerem bewahrt, sagte der behandelnde Arzt Per Liljeholm.

Auch die Schweizerin Dominique Gisin, die ebenfalls beim "Hot Air" zu Fall kam, blieb unverletzt.

"Mir geht es gut", sagte sie in Tränen aufgelöst. Größeres Pech hatte die Rumänin Edith Miklos, die weiter oben stürzte und sich schwer am Knie verletzte.

Rennleitung reagierte auf Kritik

Dabei hatte die Rennleitung um Atle Skaardal vor dem Rennen auf die Kritik einiger Trainer reagiert und den Zielsprung abgetragen.

Dabei sollte allerdings nicht die Weite, sondern allein die Höhe der Sprünge verringert werden.

Weil die Strecke über Nacht aber stärker vereiste als vermutet, hatten viele am Ende mehr Geschwindigkeit als erwartet. Pärson rauschte mit rund 110 km/h über die Klippe.

Strecke für Kombi verkürzt

"Wenn jemand stürzt, ist es immer schlecht. Aber ich kann nicht die Verantwortung für jeden Sturz übernehmen", sagte Rennleiter Atle Skaardal.

Dennoch reagierte er auf Pärsons Horror-Crash:

Der Sprung wurde für die Kombi weiter abgetragen und die Strecke verkürzt. "Wir machen die ganze Sache etwas leichter", sagte Skaardal.

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