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Maria Riesch feierte ihren ersten Weltcup-Sieg im Januar 2004 in Haus © getty

Riesch war nach dem ersten deutschen Olympiasieg bei den Alpinen seit dem Slalom-Triumph von Hilde Gerg 1998 in Nagano außer sich.

Whistler - Nur einen Tag nach der Enttäuschung in der Abfahrt hat Maria Riesch phänomenal zurückgeschlagen.

Die Partenkirchnerin raste in der Super-Kombination überlegen zum Gold, während ihre große Konkurrentin Lindsey Vonn im Slalom ausschied.

Riesch war nach dem ersten deutschen Olympiasieg bei den Alpinen seit dem Slalom-Triumph von Hilde Gerg 1998 in Nagano aus dem Häuschen. "Gold - das ist der Hammer, eine starke Wiederauferstehung", sagte die 25-Jährige. (DATENCENTER: Abfahrt Super-Kombi)

Im Interview ordnet sie ihren Erfolg ein, spricht über ihre Comeback-Qualitäten, das erste Glas Sekt und den Ansporn für weitere Medaillen.

Frage: Maria Riesch, Sie sind mehrmalige Weltcup-Siegerin und Slalom-Weltmeisterin. Welchen Stellenwert hat für Sie Olympia-Gold in der Super-Kombination?

Maria Riesch: Da geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Gold bei Olympia steht über allem, das ist das Größte, was ein Sportler erreichen kann, das höchste Ziel für jeden Athleten. Olympiasiegerin - wie sich das schon anhört. Wahnsinn! Ich bin stolz und fühle mich geehrt, dass ich jetzt zu diesem elitären Kreis dazugehöre. Das ist etwas anderes als Weltmeisterin, es kribbelt schon ein bisschen.

Frage: Zumal Sie einen Tag zuvor mit Platz acht in der Abfahrt einen herben Rückschlag erlitten haben ...

Riesch: Ich habe ja gewusst, dass ich nach einer Enttäuschung immer relativ schnell und gut zurückkomme. Das habe ich ja schon in Val d'Isere bei der WM im vergangenen Jahr gezeigt, als ich Gold im Slalom gewonnen habe - nach vorher vier Niederlagen. Ich hatte auch eine ganz andere innere Ruhe als bei der Abfahrt, da war das so eine zittrige Angespanntheit, da haben mir echt die Knie geschlottert. (Der Medaillenspiegel)

Frage: Wie haben Sie es geschafft, den Schalter so schnell umzulegen?

Riesch: Ich habe mich auf meine Stärken konzentriert, das hat funktioniert. Ich wusste, dass es ganz duster werden würde, wenn ich die Kombination vergeige. Dann wären die beiden größten Chancen weg gewesen. Dann wäre es vom Kopf her schwer geworden. Aber ich bin ja schon oft wiedergekommen. Das war eine starke Wiederauferstehung.

Frage: "Ihre Freundin, Abfahrts-Olympiasiegerin Lindsey Vonn, hätte Sie noch abfangen können, stürzte aber im Slalom. Haben Sie sich über den Sturz gefreut?"

Riesch: Ich gebe schon zu, dass ich im ersten Moment einfach nur glücklich war, dass ich gewonnen habe. Erst dann litt ich auch mit ihr mit, weil sie eine Medaille verloren hatte. Aber sie hat ja ihre Goldmedaille von der Abfahrt - und eine weitere gute Chance im Super-G.

Frage: Wie ist Ihr Tag nach dem Rennen verlaufen?

Riesch: Ich war den ganzen Tag unterwegs. Pressekonferenz, Dopingprobe, Interviews, und, und, und. Erst um fünf Uhr war ich zu Hause, und habe dort mit den Trainern ein Glas Sekt getrunken. Auch zu einem Anruf nach Hause bin ich erst dann gekommen. Meine Eltern fliegen ja erst am Freitag ein. So ausgiebig feiern will ich sowieso nicht - ich habe hier ja noch drei Chancen.

Frage: "Wie haben Sie denn die Siegerehrung auf der Medal Plaza in Whistler erlebt?"

Riesch: Sehr emotional. Man steht da oben und die Hymne wird gespielt - wer weiß, ob ich sowas nochmal erleben darf. Das ist der schönste Moment, der Sportlern vergönnt ist. Am liebsten würde ich alles aufsaugen, abspeichern und festhalten. Aber das ist auch ein Ansporn, noch einmal da oben zu stehen.

Frage: Schon am Samstag haben Sie beim Super-G eine weitere Chance ... (Zeitplan: Die Olympischen Spielen)

Riesch: Ja, und der Hunger, eine Medaille zu gewinnen, wird nie gestillt. Ich gehöre jetzt zur Liga der Olympiasiegerinnen, das heißt: der große Druck ist jetzt weg. Das hilft mir sicher für die weiteren Rennen.

Frage: Und wo kommt die Medaille jetzt hin?

Riesch: Ich wohne ja in einem Einzelzimmer, da werde ich sie einsperren und den Schlüssel mitnehmen. Zu Hause bekommt sie dann einen ganz besonderen Platz.

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