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Maria Riesch gewann in der Saison 08/09 den Slalom-Weltcup © getty

Die Kombi-Olympiasiegerin wähnt die Kritiker mundtot - doch ihr Cheftrainer hat nach Platz acht im Super-G einiges auszusetzen.

Whistler - Maria Riesch zuckte nur kurz mit den Schultern, dann war Platz acht im Olympia-Super-G abgehakt. 205542(Die Bilder des Rennens)

"Das ist doch kein Weltuntergang, ich kann damit leben", sagte die Partenkirchnerin mit der Lockerheit einer Olympiasiegerin.

Maria Riesch hatte schon vor der zweiten Woche der Spiele Gold in der Tasche, "und deshalb kann ich den Rest jetzt ganz entspannt angehen".

Der Rest, das sind der Riesenslalom am Mittwoch und der Slalom zum Abschluss am Freitag. Und zumindest beim letzten Rennen rechnet sich das "Golden Girl" noch etwas aus. (Zeitplan: Die Olympischen Spiele)

Fischbacher holt Gold

"Eigentlich kann mir nichts mehr passieren. Es wäre aber doch schön, wenn noch etwas dazukommt", sagt Riesch. Im "Riesen" hat sie Außenseiterchancen.

Im Slalom ist sie dagegen eine der Mitfavoritinnen. Riesch ist Weltmeisterin und führt die Disziplinwertung im Weltcup an. Sie rechne sich "was aus" im Torlauf, bekannte die 25-Jährige. Doch das war auch schon im Super-G so.

Am Ende aber jubelte Andrea "Gold-Fisch" Fischbacher über den ersten Alpin-Olympiasieg für die Ski-Nation Österreich 2010 vor Tina Maze aus Slowenien und Lindsey Vonn, die nach Abfahrtsgold überraschend nur Bronze gewann.

"Keine perfekte Fahrt"

"Grundsätzlich kann ich auch im Super-G schnell fahren, aber das war einfach keine perfekte Fahrt", sagte Riesch selbstkritisch nach ihrem dritten Olympia-Rennen.

Während sie nach Rang acht zum Auftakt in der Abfahrt aber am Boden zerstört schien, wiederholte sie diesmal immer wieder: "Ich kann das schon verschmerzen. Ich bin nun nicht extrem enttäuscht." (DATENCENTER: Super-G der Damen)

Die Coolness einer Olympiasiegerin eben.

Kritik von Berthold

Olympiasiegerinnen würden auch nicht mehr so heftig kritisiert, hatte Alpinchef Wolfgang Maier nach Rieschs Triumph vom Donnerstag bemerkt. Chefcoach Mathias Berthold tat es am Samstag dennoch. "Das war sicher keiner ihrer guten Tage und keine starke Leistung", sagte er.

Doch Berthold wies auch zurecht darauf hin, dass Riesch wie Gina Stechert (15.) und Viktoria Rebensburg (28.) bei schlechter Sicht fahren musste. "Das ist schade, aber dieses Rennen haben wir wie die Abfahrt verpasst", sagte der Cheftrainer.

Wegen der jüngsten Ergebnisse von Riesch im Super-G war "meine Erwartungshaltung aber auch nicht hoch".

Hoffen auf Riesenslalom

Anders ist das in der zweiten Woche.

Dann sollen neben Maria Riesch auch Rebensburg, Susanne Riesch und Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl um die Medaillen mitfahren.

Um bis dahin die Nerven zu schonen, gab Berthold am Sonntag frei. "Die Mädels müssen ein bisschen Luft holen, sich erholen", sagte er dazu.

Kaffeeplausch mit Freundin Vonn

Riesch nutzte die Zeit zum Kaffeeplausch der "Golden Girls" mit Freundin Vonn in Whistler. Am Montag und Dienstag steht dann wieder Training an.

"Danach", sagte Berthold, "gehen wir mit Volldampf in die zweite Woche." Mit Volldampf - und mit der Lockerheit, die nur Gold verleiht.

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