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Kathrin Hölzl startet für den WSV Bischofswiesen © getty

Weltmeisterin Hölzl peilt im Riesenslalom eine Medaille an - ebenso wie eine junge Teamkollegin. Riesch gibt sich nur Außenseiterchancen.

Whistler - Sie ist die stille Heldin an der Seite von "Golden Girl" Maria Riesch, doch in Whistler will Kathrin Hölzl aus dem langen Schatten ihrer Teamkollegin herausfahren und selbst auf den Olymp.

"Ich bin Favoritin und will hier eine Medaille gewinnen. Selbstvertrauen dafür habe ich genug", sagt die Riesenslalom-Weltmeisterin vor dem Rennen in ihrer Spezialdisziplin am Mittwoch (19/22 Uhr LIVE).

Hölzl trägt ihre Ambitionen in ruhigem, sachlichem Ton vor. Die 25-Jährige ist alles andere als eine Lautsprecherin - auch wenn es ihren Aussagen nicht an Deutlichkeit fehlt.

"Bei Olympia", sagt sie vor ihrem Debüt bei den Spielen, "gibt es nur Vollgas. Ich habe mir die Medaille von Maria schon angeschaut, die ist echt unglaublich. Ich will auch eine, auch wenn ich weiß, dass das nicht planbar ist."

Triumph in Val d'Isere

Das hat Kathrin Hölzl selbst erst vor einem Jahr bei der WM in Val d'Isere erfahren, als die Favoritinnen patzten - und sie völlig überraschend Gold gewann (Zeitplan: Die Olympischen Spiele).

Doch auch in der Stunde des Erfolgs blieb sie sich treu, sie scheute die große Bühne und arbeitete im Stillen weiter. "Ich bin als Person eher zurückhaltend", sagt Hölzl, obwohl sie mit dem WM-Sieg selbstbewusster geworden sei, "auch privat".

Glücksbringer aus Stoff

Doch während sich andere bei Bällen im Rampenlicht sonnen, hat Hölzl nichts Exaltiertes. Fotos von ihr im Abendkleid gibt es nicht, vermutlich hat sie nicht mal eins.

Dafür aber einen Glücksbringer aus Stoff. "Ich habe beim Riesenslalom immer dieselbe Unterhose an, das ist mein Ritual", sagt sie schmunzelnd.

Hölzl ist mit ihrer Art sehr weit gekommen. Nach dem WM-Titel hat sie in dieser Saison ihre ersten beiden Weltcup-Siege gefeiert. "Ich bin endgültig in der Weltspitze angelangt", meint sie.

Zettel die härteste Konkurrentin

Den Schwung aus den letzten Rennen will sie mit nach Whistler nehmen. "Wenn's laaft, dann laaft's", sagt die Bischofswiesenerin in der für sie typischen bayerischen Sprachfärbung.

Doch die Konkurrenz mit der Österreicherin Kathrin Zettel an der Spitze ist stark, und deshalb versucht Hölzl, "mir keinen Druck zu machen und alles nicht zu ernst zu nehmen".

Insgeheim malt sie sich "Hirngespinste aus, Tagträume von einer Medaille". Und weil sie "bei Großereignissen nervenstark" ist, könnte das auch klappen.

Höchstes Lob vom Trainer

"Die Katy fährt in diesem Winter konstant in Höchstform. Sie hat eine phänomenale Technik, ihre Position über dem Ski ist fast perfekt.

Sie gehört zu den absoluten Top-Athletinnen, ihr ist hier auf alle Fälle was zuzutrauen", sagt Cheftrainer Mathias Berthold.

Außenseiterchancen für Riesch

Maria Riesch rechnet sich derweil Außenseiterchancen aus. "Der 'Riesen' war lange meine Problemdisziplin. An einem perfekten Tag kann ich aber aufs Podium fahren", sagt sie.

So einen Tag erwischte sie im Januar in Maribor, als sie als Zweite erstmals im "Riesen" aufs "Stockerl" fuhr.

"Aber das zu wiederholen, wird sehr schwer. Ich hoffe eher auf den Slalom", sagt die Kombi-Olympiasiegerin.

Rebensburg forsch

Zu den Medaillenanwärterinnen gehört auch Viktoria Rebensburg, die bei der Generalprobe in Cortina d'Ampezzo vor dreieinhalb Wochen als Zweite erstmals aufs Podium gefahren ist.

"Klar träume ich von einem Olympiasieg", sagt die 20-Jährige forsch, "aber die Top-Favoritinnen sind sicher andere."

Eine fährt in Rebensburgs Team - und zwar immer in derselben Unterhose.

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