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Viktoria Rebensburg war 2009 Junioren-Weltmeisterin im Super-G © getty

Gold im Riesenslalom: Viktoria Rebensburg erzählt im Interview von nächtlichen Medaillenträumen und Nervenflattern im Ziel.

Whistler - Gold-Sensation durch Viktoria Rebensburg: Die 20-Jährige, die noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat, sprang für die schwächelnden Kathrin Hölzl und Maria Riesch in die Bresche und fuhr als zweite Deutsche zum Olympiasieg im Riesenslalom.

Die mehrmalige Junioren-Weltmeisterin siegte am Donnerstag im nachgeholten zweiten Durchgang auf der Piste Franz's Run in Whistler Creekside mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Slowenin Tina Maze.

Ein weiteres Zehntel zurück folgte auf Rang drei die Österreicherin Elisabeth Görgl (DATENCENTER: Der Riesenslalom).

Im Gespräch verrät Rebensburg, dass sie das Warten nach ihrem Lauf einfach nur "schrecklich" fand und schon in der Nacht zuvor von Medaillen träumte.

Frage: Viktoria Rebensburg, Sie haben völlig überraschend Gold im Riesenslalom gewonnen. Wie ist es, Olympiasiegerin zu sein?

Viktoria Rebensburg: Ich kann es gar nicht beschreiben. Gold - ein Traum. Das ist unglaublich, das hätte ich nie gedacht. Ich habe das echt nicht erwartet. Ich habe gedacht, dass ich eine Medaille holen kann - aber nicht Gold. Das ist echt cool.(Zeitplan: Die Olympischen Spiele)

Frage: Sie sind nur als Sechste des ersten Laufes ins Rennen gegangen. Haben Sie noch an den Sieg geglaubt?

Rebensburg: Ich war am Start komischerweise gar nicht mehr nervös und habe einfach einen guten Lauf runtergebracht. Dass ich zunächst nicht ganz vorne war, war sicherlich ein Vorteil. Die Piste hat auch etwas nachgelassen, da habe ich mir schon gedacht, dass meine Ausgangsposition gut ist.

Frage: Der Final-Durchgang musste wegen Nebels um einen Tag verschoben werden. War das kein Problem für Sie?

Rebensburg: Es waren zwei harte Tage. Es war wirklich schwer, die Spannung aufrechtzuhalten. Ich lag am Abend im Bett und habe an die Medaillen gedacht, musste mich dabei fast ein bisschen bremsen. Dann habe ich mir gesagt: bleib cool, ruhig und versuche einfach, gut Ski zu fahren. Ich bin gut gefahren - und habe gewonnen. Verrückt.

Frage: Nach Ihnen kamen noch fünf starke Läuferinnen. Wie war das Warten?"

Rebensburg: Schrecklich. Als ich unten war, habe ich das Warten fast nicht mehr ausgehalten. Vor allem, als Tina Maze gefahren ist. Als dann Kathrin Zettel hinter mir war, hatte ich die Medaille, das war schon krass. Aber dann Gold... Es war einfach ein Vorteil für mich, dass ich nicht als Führende ins Finale gegangen bin. Ich war die Jägerin und das war für mich eine perfekte Situation.

Frage: Aus dieser Position heraus haben Sie die erste Medaille für Deutschland im Riesenslalom seit Katja Seizingers Bronze 1998 in Nagano gewonnen.

Rebensburg: Seizinger war mein Idol, sie war unglaublich, hat so viele Goldmedaillen gewonnen. Ich habe immer zu ihr aufgeschaut, dachte nie, dass ich mal auf einer Stufe mit ihr stehen würde - als Olympiasiegerin.

Frage: Und das, ohne zuvor ein Weltcup-Rennen gewonnen zu haben.

Rebensburg: Ich habe zwar noch kein Rennen gewonnen, aber gewusst, dass ich es eigentlich kann. In Cortina bin ich mit ein paar Fehlern aufs Podium gefahren, es war super, dass das vor den Spielen noch passiert ist. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben.

Frage: Haben Ihre Eltern den größten Tag ihrer Tochter an der Strecke mitgefeiert?

Rebensburg: Nein, die sind heute früh um halb neun zurück nach Hause geflogen. Als ich Olympiasiegerin geworden bin, waren sie noch in der Luft. Sie haben versucht umzubuchen, aber das ging nicht. Und jetzt werden sie sich ärgern. Also, nein. Die freuen sich sicher.

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