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Maria und Susanne Riesch standen in dieser Saison erstmals gemeinsam auf dem Podest © imago

Beim Damen-Slalom spricht viel für eine Riesch an der Spitze. Die Trainer setzen auf die jüngere Schwester.

Whistler - Weltmeisterin Maria Riesch will im Slalom (ab 19 Uhr LIVE) ihre zweite Goldmedaile bei Olympiain Vancouver gewinnen, doch eine der größten Konkurrentinnen kommt ausgerechnet aus der eigenen Familie.

"Ich traue Susi einiges zu", sagt Riesch über ihre jüngere Schwester Susanne, "sie fährt konstant und verdammt schnell. Und sie kann hier sicher auf dem Podium landen." 207541(DIASHOW: Die deutschen Alpin-Olympiasiegerinnen)

Eine weitere Konkurrentin gehört zwar nicht zur Familie, aber als gute Freundin Marias feiert sie regelmäßig mit den Rieschs Weihnachten: Lindsey Vonn.

Vonn fährt mit Spezialhandschuh

Die Amerikanerin wird trotz gebrochenen kleinen Fingers im Slalom an den Start gehen. Ein umgebauter Handschuh soll dafür sorgen, dass sie ohne Schmerzen fahren kann.

"Ich habe meinen Handschuh so verändert, dass er jetzt wie eine Schiene wirkt", gab die 25-Jährige auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

Große Medaillenhoffnungen macht sie sich nach ihrem Sturz im Riesenlalom aber nicht. "Ich bin immer noch ganz schön ramponiert", schrieb die Abfahrts-Olympiasiegerin.

"Keinen Druck mehr"

Beim DSV ist das Soll nach dem Sensations-Gold von Viktoria Rebensburg mit zwei Goldmedaillen bereits übererfüllt. "Wir haben überhaupt keinen Druck mehr - außer dem Druck, den sich die Läuferinnen selbst machen", stellte Alpindirektor Wolfgang Maier nach dem Riesenslalom im "ZDF" fest.

Maria Riesch macht sich selbst allerdings schon noch etwas Druck: "Ich möchte noch eine Medaille, alles andere wäre ja auch Tiefstapelei." Aber ich habe auch die Susi auf der Rechnung", sagt Maria Riesch über die "Kleine". (DATENCENTER: Alle Olympia-Ergebnisse)

Und Susanne hat durchaus Lust, der Schwester einen Strich durch die Goldrechnung zu machen.

Susanne traut sich Gold zu

"Ich glaube, dass die Maria sehr heiß ist auf den Slalom. Aber da können viele gewinnen - auch ich", sagt Susanne vor ihrem ersten und einzigen Rennen bei den Winterspielen in Whistler.

Den goldenen Moment hat sie sich schon ausgemalt. "Ich habe mal geträumt, dass ich Olympiasiegerin werde", sagt sie, beeilt sich aber hinzuzufügen: "Naja, sowas träumt ja jeder mal."

Dennoch: Dass Susi ihrer drei Jahre älteren Schwester Maria in den Olymp folgt, hält nicht nur Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold für denkbar. "Bei Susi ist scheinbar alles möglich", sagt er.

Fast am Erfolg zerbrochen

Solche Prognosen begleiten Susanne Riesch schon, seit sie bei ihrem zweiten Weltcup-Slalom im November 2006 auf Platz fünf fuhr.

Doch der jähe Absturz erfolgte fast noch schneller als der Aufstieg in die Weltspitze: In acht der folgenden neun Torläufe schied sie aus. "Der erste Erfolg kam zu früh, sie wäre fast daran zerbrochen", sagt Berthold im Rückblick.

Erfolg der Schwester motiviert

Die ungleich erfolgreichere Maria sprach Susi in der schweren Zeit Mut zu. "Ich habe sie oft getröstet", sagt sie. Letztlich hat sich Susanne aber selbst helfen müssen - und tat es, das Vorbild in der eigenen Familie vor Augen.

"Je erfolgreicher Maria war, desto engagierter habe ich geabreitet", sagt sie, und Maria lobt: "Jetzt hat sie einen sehr guten Weg eingeschlagen."

Zweimal auf dem Podest

Dieser Weg brachte dank besserer Athletik und gewissenhafter Trainingsarbeit in diesem Winter den Durchbruch.

Nach zwei vierten Plätzen stand sie in Are Mitte Dezember als Dritte erstmals auf dem Podium. In Zagreb wurde sie Dritte, in Maribor erneut Vierte, in Flachau führte sie nach Lauf eins. (Zeitplan: Die Olympischen Spiele)

Auch wenn sie im Finale ausschied, hatte sie recht mit der Feststellung: "Ich bin eine andere Susi, wie ausgetauscht."

Von Maria "emanzipiert"

Anders, das heißt: "Ich bin nicht mehr die kleine Schwester, sondern eine eigene Persönlichkeit, auch durch meine Erfolge. Ich muss mich nicht mehr mit ihr vergleichen lassen."

Die Emanzipation manifestierte sich in Susannes Auszug aus dem Elternhaus und neuem Selbstbewusstsein. "Ich schaue nach dem ersten Durchgang nicht, wo Maria liegt - sondern aufs Podest", sagt sie forsch.

Zwei weitere Eisen im Feuer

Gemeinsam wollen sie die Mitfavoritinnen Marlies Schild und Kathrin Zettel aus Österreich in Schach halten.

"Wir brauchen uns mit unserer starken Mannschaft nicht zu verstecken", sagt Maria Riesch. Auch Junioren-Weltmeisterin Christina Geiger sowie Fanny Chmelar könnten in die Medaillenränge vorstoßen, glaubt sie.

Am meisten aber fürchtet die Weltcup-Führende ihre Schwester Susanne.

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