vergrößernverkleinern
Felix Neureuther landete bei der WM 2009 im Slalom auf Platz 4 © imago

Von seiner Mutter weiß Felix Neureuther wie man zu Gold fährt. Im Slalom will er den dritten Familien-Olympiasieg holen.

Whistler - In seinen Träumen fährt Felix Neureuther am Samstag zu einer Olympiamedaille, für seine Mutter ist er schon ein Goldjunge.

"Ich werde dem Felix natürlich die Daumen drücken", sagt "Gold-Rosi" Mittermaier vor dem Slalom am Samstag (ab 19 Uhr LIVE) , "aber am wichtigsten ist es mir, dass er ein netter Kerl ist."

Die Mutter muss sich freilich keine Sorgen machen, denn ihre Werte hat Felix Neureuther längst verinnerlicht.

"Ein Sieg oder eine Medaille ist was Wunderschönes, aber sie hat schon recht: Es ist definitiv wichtiger, dass ich so bleibe, wie ich bin. Der Mensch Felix zählt mehr als jeder Sieg", sagt er.

Felix setzt auf Rosis Erfolgsformel

Mittermaier hat es ihrem Sohn 1976 in Innsbruck vorgemacht.

Mit Olympiasiegen in Abfahrt und Slalom stürzte die damals 26-Jährige ein ganzes Land in einen kollektiven Freudentaumel, wurde zum Star - und blieb doch ein nahbarer, freundlicher Mensch. 207541(DIASHOW: Die deutschen Alpin-Olympiasiegerinnen)

Ihre Erfolgsformel soll aus Felix in Whistler den Glücklichen machen.

"Meine Mama ist für mich eine ganz besondere Person. Was sie in Innsbruck getan hat, war Inspiration für ein ganzes Land. Ich habe sie mal gefragt, wie sie den Druck gehandhabt hat. Sie meinte, ich solle mir nicht zu viel Stress machen und es einfach genießen. Sie war damit erfolgreich, so will ich es auch machen", sagt Neureuther.

Neureuther will einen "runterknallen"

Dem Vater hat Felix bereits im Januar in Kitzbühel erfolgreich nachgeeifert, als er 31 Jahre nach Christian Neureuthers Erfolg auf dem legendären Ganslernhang seinen ersten Weltcup-Sieg feierte.

In Whistler Creekside will er in der Goldspur der Mutter möglichst auf das Podium fahren. "Ich bin ziemlich gut drauf und hoffe, dass ich das auch umsetzen und richtig einen runterknallen kann", sagte der 25-Jährige im Gespräch.

Gelungene Generalprobe

Dass die Form passt, hat Neureuther schon bei seinem ersten Auftritt auf dem "Dave Murray Course" bewiesen.

Als Achter fuhr er dort den besten Riesenslalom seiner Karriere. "Olympia liegt mir", meinte er danach, obwohl ihn seine Stärke "selbst überrascht hat".

Das Selbstvertrauen, das er bei seiner Premiere tankte, "wird ihm beim Slalom helfen, der Junge kann hier definitiv einen raushauen, etwas Großes leisten", sagt Alpindirektor Wolfgang Maier.

Großer Druck für Herbst

Auch Neureuther zählt sich "zum Kreis der Medaillenanwärter", betont aber: "Die großen Favoriten sind definitiv andere."

An erster Stelle nennt er den Österreicher Reinfried Herbst, der vier der acht Weltcup-Torläufe dieses Winters gewonnen hat. Herbst steht allerdings extrem unter Druck. Bislang gingen die ÖSV-Alpin-Herren bei der Medaillenvergabe gänzlich leer aus.(DATENCENTER: Alle Olympia-Ergebnisse)

Herbst muss nun die Ehre einer ganzen Ski-Nation retten.

Schwung aus dem Team mitnehmen

Aber auch Julien Lizeroux aus Frankreich, Giuliano Razzoli (Italien) oder der Kroate Ivica Kostelic gehört zu den Favoriten.

"Ich bin glücklich, dass man mich in einem Atemzug mit diesen Leuten nennt, aber ich werde mir sicher keine Favoritenlast ans Bein binden", sagt er.

Vielmehr wolle er "den Schwung aus dem Team" nach den Goldmedaillen von Riesch und Rebensburg "mitnehmen, und das Ding locker angehen" - mit der goldenen Spaß-Formel der Mutter eben.

Bei aller Zielstrebigkeit hält er sich jedoch an den Wunsch von Mama Rosi. "Ein Sieg oder eine Medaille ist was Wunderschönes, aber sie hat schon recht: Es ist definitiv wichtiger, dass ich so bleibe wie ich bin. Der Mensch Felix zählt mehr als jeder Sieg", sagt er.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel