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Felix Neureuther gewann in Kitzbühel seinen ersten Weltcup-Slalom © getty

Der Partenkirchner scheidet bereits im 1. Lauf aus. Der Sieg geht an einen Italiener. Für Österreich setzt es ein Debakel.

Whistler - Felix Neureuther ist am deutschen Gold-Berg auf Granit gestoßen.

Die Medaillenträume des Partenkirchners waren beim Olympia-Slalom am Whistler Mountain, den ein wenig überraschend der Italiener Giuliano Razzoli gewann, nach nur 27 Sekunden zu Ende.

Der 25-Jährige verpasste es damit, nach den zwei Goldmedaillen von Maria Riesch und dem Sieg von Viktoria Rebensburg die Bilanz der deutschen Alpinen bei den Spielen von Vancouver zu krönen.

Die deutschen Männer sind bei Olympia seit Markus Wasmeiers Doppel-Gold 1994 in Lillehammer ohne Medaille.

Für eine Medaille alles riskieren

"Das trügt ein wenig den guten Gesamteindruck, aber so ist es eben bei der olympischen Achterbahnfahrt", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier.

Neureuther war nach seinem Sturz geknickt, wollte sich aber keine Vorwürfe machen: "Im ersten Moment kann man es gar nicht glauben, dass es vorbei ist. Aber bei Olympia riskiert jeder alles, und das muss man auch, wenn man um eine Medaille mitfahren will. Doch das Leben geht weiter, ich bin ja erst 25", sagte er.

Razzoli auf Tombas Spuren

Giuliano Razzoli ist auch erst 25 - aber schon Olympiasieger. Der Italiener, der nicht zum engeren Favoritenkreis gezählt hatte, gewann das letzte Gold der alpinen Wettbewerbe in Whistler.

Er trat damit in die Fußstapfen seines legendären Landsmanns Alberto Tomba, der den Slalom 1988 bei Olympia in Calgary gewonnen hatte.

Silber gewann wie zuvor in der Kombination der Kroate Ivica Kostelic (0,16 Sekunden zurück). Bronze ging an Andre Myhrer aus Schweden (0,44) (DATENCENTER: Das Slalom-Ergebnis).

Debakel für Österreicher

Ein Debakel erlebten die Österreicher. Die Alpin-Männer verließen Olympia erstmals ohne eine Medaille und waren damit noch schlechter als bei den Winterspielen 1984 und 1972.

In Sarajevo und Sapporo hatten österreichische Ski-Rennläufer immerhin je einmal Bronze gewonnen.

Weltmeister Manfred Pranger schied schon im ersten Lauf aus. Topfavorit Reinfried Herbst wurde nur Zehnter, Marcel Hirscher belegte Rang fünf, und für Olympiasieger Benjamin Raich blieb auf dem vierten Platz nur Blech.

Ausgehoben, ausgeschieden

Nach der ersten Zwischenzeit lag Neureuther, der mit Nummer 15 ins Rennen gegangen war, mit 0,20 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Giuliano Razzoli aus Italien.

Doch im Mittelteil unterlief ihm ein Fehler, als er seinen Körperschwerpunkt für einen Moment zu weit nach hinten verlagerte. Neureuthers Skier stellten sich auf, der Medaillenkandidat war draußen.

Enttäuschung nach bestem Ergebnis

"Für den Felix tut es mir wahnsinnig leid. Er hat sich so gefreut auf das Rennen. Jetzt müssen wir ihn trösten. Es ging so schnell, ich kann gar nicht sagen, woran es gelegen hat. Im ersten Moment kann man es gar nicht begreifen. Es ist so schade", sagte Neureuthers Mutter Rosi Mittermaier, die das Rennen vom Zielraum in Whistler aus verfolgte 207541(DIASHOW: Die deutschen Alpin-Olympiasiegerinnen).

Für Neureuther endeten die Winterspiele von Vancouver damit nach gutem Start mit Platz acht im Riesenslalom mit einer großen Enttäuschung. "Olympia liegt mir", hatte der Kitzbühel-Sieger noch vor dem Rennen in seiner Spezialdisziplin gemutmaßt.

Dritter Ausfall im vierten Rennen

Doch davon war nach seinem dritten Ausfall im insgesamt vierten olympischen Rennen keine Rede mehr.

In Turin 2006 war er beim Slalom im zweiten und beim Riesenslalom im ersten Lauf gescheitert.

Medaillen nützen relativ wenig

Neureuther gelang es auch nicht, den Schwung aus dem Team nach den Olympiasiegen von Maria Riesch (Super-Kombi und Slalom) sowie der Goldfahrt von Viktoria Rebensburg im Riesenslalom mit in sein Rennen zu nehmen.

"Dass die Frauen Goldmedaillen haben, nützt mir relativ wenig. Es tut nur der Stimmung im Team gut", hatte er unmittelbar vor dem Rennen gemeint.

Aus für den Weltmeister

Neureuther war nicht der einzige prominente Ausfall bei sehr schwierigen Bedingungen mit Schneeregen, Nebel und aufweichender Piste.

Kombi-Olympiasieger Bode Miller (USA), Weltmeister Pranger und sieben weitere der ersten 30 Athleten schieden schon im ersten Lauf aus.

"Ich habe mir mit Slalom nun mal eine Disziplin ausgesucht, die nicht den kleinsten Fehler verzeiht", sagte Neureuther, "aber ich gehöre dennoch zu den besten der Welt."

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