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Martin Schmitt feierte seinen letzten Weltcup-Einzelsieg im März 2002 in Lahti © getty

Gesundheit und Selbstvertrauen sind zurück bei Martin Schmitt, Topniveau und Topresultate sollen sich in Vancouver einstellen.

Vancouver - Die Krise ist überwunden, der wiedererstarkte Martin Schmitt ist mit dem ersten Weltcup-Sieg seit fünf Jahren im Gepäck in Vancouver angereist.

Daheim hat er das Olympia-Gold von 2002 als Motivation auf dem Schreibtisch liegen. Und in Kanada ist manches so wie in den glorreichen Tagen von Salt Lake City, die er auf den Schanzen im Callaghan Valley nur allzugern wiederholen würde.

"Schön wär s, wenn es auch diesmal so wie 2002 ausgeht", sagt Schmitt: "Wir wollen eine Medaille mit dem Team, und dafür haben wir in Willingen genügend Selbstvertrauen gesammelt."

Nicht deutlich zugenommen

Zwar war der große Olympia-Goldfavorit Österreich bei der Generalprobe nur mit einem Ersatzteam vertreten, aber nach seiner guten Vorstellung sind bei dem 32-Jährigen die letzten Zweifel verflogen.

Die Form passt wieder, nach vierwöchiger Zwangspause mit Negativ-Schlagzeilen ("Hungern hat mich krank gemacht") ist Schmitt für seine vierten Winterspiele bereit: "Ich habe an Olympia eigentlich nie gezweifelt." (DATENCENTER: Termine und Ergebnisse)

In der Öffentlichkeit sei wegen seiner Gewichtssorgen in den letzten Wochen eine regelrechte Hysterie entstanden: "Aber es ist mir nie so schlimm gegangen wie es dargestellt wurde. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich mit fünf Kilo mehr bei Olympia antrete. Dann hätte ich in Vancouver keine Chance. Ich fühle mich einfach gut."

Immer eine Wundertüte

Das merkt man Martin Schmitt auch an. Er ermüdet nicht gleich bei jeder Belastung und weiß wieder, was er kann.

Aber mit Blick auf das Normalschanzenspringen (Qualifikation Fr., 19 Uhr LIVE) weiß er natürlich auch, was nicht realistisch ist: "Da träume ich nicht von einer Medaille, das hilft mir auch nicht weiter. Ich will mein Topniveau bringen und dann lasse ich mich überraschen." (Schmitt mit ordentlichem Comeback)

Er weiß aus Erfahrung, dass Olympia immer eine Wundertüte ist. Bei seiner Premiere 1998 in Nagano gewann er Silber: "Das werde ich nie vergessen. Da waren extrem viele Zuschauer, es war richtig laut, und wir haben Silber gewonnen."

Doch noch bis 2014?

2002 folgte Gold in Salt Lake City, der bislang wohl unvergesslichste olympische Moment:

"Natürlich ist das ein Highlight, wenn bei der Siegerehrung die deutsche Hymne gespielt wird. Da läuft es einem kalt den Rücken runter."

Nach den medaillenlosen Winterspielen von Turin 2006 freut er sich in Vancouver auf die Stimmung im Olympischen Dorf und darauf, "dass der Funke überspringen wird". Und er vielleicht Lust darauf bekommt, noch bis Sotschi 2014 weiterzufliegen.

"Bis zur WM 2011 in Oslo mache ich auf jeden Fall noch weiter", sagt Schmitt: "Ich habe ja für einen Skispringer schon ein gewisses Alter erreicht. Aber 2014 könnte noch funktionieren. Wir werden sehen, aber alt fühle ich mich noch nicht."

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