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Michael Neumayer ist mit 227,5 m deutscher Rekordhalter im Skifliegen © getty

In der Quali für die Normalschanze gehören Uhrmann und Neumayer zu den Besten. Nur ein Österreicher springt noch weiter.

Whistler - Michael Uhrmann auf Platz eins, Michael Neumayer Dritter und Martin Schmitt auf Position neun - die deutschen Skispringer können nach einem perfekten Start in die Winterspiele von der ersten Olympia-Medaille seit acht Jahren träumen.

Acht Stunden vor der Eröffnungsfeier von Vancouver qualifizierten sich nach überzeugenden Leistungen alle vier deutschen Skispringer für die erste Gold-Entscheidung am Samstagmorgen (18.45 Uhr MEZ LIVE) im Whistler Olympic Park.

Quali-Sieg nichts wert

"Dass ich die Qualifikation gewonnen habe, ist noch gar nichts wert. Am Samstag sind drei Medaillen zu vergeben und ich bin total relaxt", sagte Uhrmann mit einem Lachen.

Er fühlt sich in seiner Rolle als Geheimfavorit wohl: "Einige Überflieger werden noch schauen, wie das der Uhrmann macht."

Nach der Landung bei 106 Metern und dem souveränen Triumph in der Ausscheidung mit 138,5 Punkten riss er die Fäuste in den blauen Himmel.

"Guter Skisprungtag"

Bundestrainer Werner Schuster war begeistert: "Das war ein guter Skisprungtag für uns, wir sind auf der Welle und haben das Niveau, ganz vorn mitzumischen."(Schmitts Stufenplan zur Team-Medaille)

Zumal auch Neumayer nach 135,0 Punkten für 105,5 Meter jubelnd abdrehen konnte: "Das gibt dem Team Mega-Selbstvertrauen." Schmitt erhielt 132,5 Punkte für einen Sprung auf 103,5 Meter.

"Ich bin zufrieden. Vielleicht gelingt mir am Samstag etwas Außergewöhnliches. Die Mannschaft hat das Potenzial für eine Überraschung."

Chefcoach Schuster war auf der Trainertribüne zufrieden, denn auch Pascal Bodmer (Meßstetten) schaffte mit einem Satz auf 100,5 Meter als 18. souverän den Sprung in den Wettbewerb.

Schlierenzauer am weitesten

Mit verkürztem Anlauf untermauerte der Österreicher Gregor Schlierenzauer mit 107 Metern seine Favoritenstellung für den olympischen Normalschanzen-Wettbewerb. Uhrmann: "Wenn ich diesen Sprung sehe, muss ich noch eine Schippe drauflegen."

Die zehn Besten im Gesamtweltcup wurden wie im Weltcup üblich nicht mit in die Qualifikations-Wertung einbezogen - die deutschen Topleute wären aber auch mit den Besten konkurrenzfähig gewesen.

Uhrmann hatte vor vier Jahren beim Normalschanzenspringen als Vierter das Podest nur um 25 Zentimeter verpasst. Diesmal will er sich seinen Traum von der ersten Einzel-Medaille seiner Karriere erfüllen.

"Er ist einer, der weiß, wie er gewinnen kann"

"Das mit der Einzel-Medaille wird schwer, aber es ist nicht unmöglich, wenn bei mir so richtig der Knopf aufgeht", sagte Uhrmann, Team-Olympiasieger von 2002.

Auch Schmitt hat sein Erschöpfungssyndrom überwunden. "Man sieht hier, dass Martin ein Mann für Großereignisse ist", hatte Chefcoach Schuster schon nach den starken Trainingsleistungen gesagt:

"Er ist einer, der weiß, wie er gewinnen kann." Vor der Attacke auf die Medaillen sind allerdings Frühaufsteher-Qualitäten gefragt.

Am Samstag klingelt spätestens um sechs Uhr der Wecker, gegen 11.30 Uhr Ortszeit ist das erste Gold der Spiele vergeben.

Geschichte schreiben

Uhrmann und Co. könnten mit der ersten deutschen Skisprung-Olympia-Einzelmedaille seit Sven Hannawald 2002 Geschichte schreiben.

Die Stimmung bei der ersten Vorentscheidung der Winterspiele in Kanada war sehr gut. Etwa 5000 mit Bussen ins abgelegene Callaghan Valley beförderte Zuschauer jubelten bei jedem Sprung und schwangen ihre Rasseln.

Viele der Fans waren mit der ganzen Familie gekommen und genossen den Tag bei Bier und Hot Dogs.

Passend zum olympischen Auftakt zeigte sich nach den Regentagen erstmals die Sonne über der Schanze - und Michael Uhrmann hatte gut lachen.

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