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Michael Neumayer und Co. konzentrieren sich nun voll aufs Teamspringen © getty

Nach dem verpatzten Springen von der Großchance liegt der Fokus der DSV-Adler voll auf dem Teamwettbewerb. Eine Medaille soll her.

Whistler - Als Überflieger Simon Ammann seinen historischen vierten Olympiasieg im Schweizer Haus feierte, spülten Martin Schmitt und Co. den Frust über ihre zweite Pleite mit ein paar Bier hinunter.

Nach einem Abendessen in einem kanadischen Steakhouse wurde ordentlich "getankt".

Nach Platz sechs für Michael Neumayer auf der Großschanze soll nun im Teamspringen am Montag (19 Uhr LIVE) die erste Medaille bei Olympia seit acht Jahren her.

"Die Enttäuschung ist schon verflogen. Wir haben zweimal die kleine Medaillenchance vertan, aber ein Podestplatz im Einzel wäre ohnehin eine Überraschung gewesen", sagte Bundestrainer Werner Schuster. 205539(Diashow: Die Bilder des Springens)

Zuversicht für den Teamwettbewerb

Nach der nach der Enttäuschung im Einzelspringen hatte Schuster einen entspannenden Abend verordnet hatte: "Jetzt haben alle die Chance, im Team einen ganz tollen Erfolg zu feiern. Die Stimmung ist gut, ich bin zuversichtlich, dass wir uns die Medaille holen."

Grund zum Optimismus vor dem letzten Angriff konnte aber allein Neumayer vermitteln.

Neumayer stolz auf sich

Er war in der Tat "ziemlich stolz" auf seinen sechsten Platz mit 245,5 Punkten: "Damit kann man später mal bei seinen Kindern angeben.

Und jetzt erfüllen wir uns im Teamspringen gemeinsam den Traum von der Medaille."

Allerdings verließ nur er die Schanze "mit einem Lächeln", während der Normalschanzen-Fünfte Michael Uhrmann (25.), Andreas Wank (28.) und Martin Schmitt (30.) am Abend nach einem ganz bitteren Wettkampf viel Seelenmassage benötigten.

"Egal ob 15. oder 30."

"Neumayer hat das super durchgezogen", kommentierte Schuster: "Aber die anderen drei sind wie Steine vom Himmel gefallen."

Martin Schmitt war es "ziemlich egal, ob ich nun 15. oder 30. werde".

Der Hauptwettbewerb sei ohnehin von Beginn an das Teamspringen gewesen: "Bange machen nützt nichts, auch wenn wir uns nicht gerade in den Favoritenkreis gesprungen haben. Wir müssen jetzt die Kurve krigen."

Schweiz nicht dabei

Michael Uhrmann forderte seine Kollegen auf, "sich auf die Hinterbeine zu stellen".

Schließlich sieht der Plan vom Schuster vor, "am 22.2. Platz zwei zu holen".

Eine Hoffnung gibt es: Überflieger Ammann wird mangels einer konkurrenzfähigen Schweizer Mannschaft nicht im Teamwettbewerb starten.

Ammann fliegt allen davon

Trotz aller Diskussionen um seine neue "Wunder-Bindung" und der in letzter Minute zurückgenommenen Protest-Drohung der Österreicher war er fast wie ein Vogel durch die Luft geflogen und in einer "neuen Dimension des Skispringens" (Schuster) gelandet.

Mit 283,6 Punkten deklassierte Ammann Adam Malysz (Polen/269, 4) und Gregor Schlierenzauer (Österreich/262,2) und stand bei der gleichen Medaillenvergabe wie auf der Normalschanze wieder ganz oben.

Historischer Olympiasieg

Der Schweizer schaffte nach zweimal Gold 2002 als erster Skispringer der Geschichte den vierten Einzel-Olympiasieg und krönte sich zum besten Schweizer Wintersportler aller Zeiten.

"Ich bin halt der Mensch für die besonderen Momente", sagte Ammann und ließ sich mit einer ganz abgefahrenen Sonnenbrille auf dem Podest feiern.

Neumayer verneigte sich: "Er springt einfach in einer eigenen Liga für sich - und das lag nicht an seiner Bindung. Aber am Montag wollen wir auf dem Podest feiern."

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