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Michael Uhrmann (r.) gewann 2002 mit dem Team Olympisches Gold © getty

Der Routinier lässt sich von den Winden nicht beirren und segelt zu Silber im Teamwettbewerb. Schmitts Einbruch bleibt folgenlos.

Whistler - Mit einem versöhnlichen Abschluss in Silber verabschieden sich die deutschen Skispringer von Olympia in Vancouver.

Im abschließenden Mannschafts-Wettbewerb holten Michael Neumayer (Berchtesgaden), Andreas Wank (Oberhof), Martin Schmitt (Furtwangen) als Schwächster des Quartetts und ein nervenstarker Michael Uhrmann (Rastbüchl) Platz zwei hinter den überragenden Österreichern.

Bronze ging an Norwegen (DATENCENTER: Ergebnis Teamspringen).

Wank weint

"Diese Medaille gehört dem ganzen Team, den Ersatzleuten, den Trainern, den Betreuern", sagte Bundestrainer Werner Schuster: "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, alle haben sich fantastisch verhalten und ihren Teil zum Erfolg beigetragen."

Wie groß die nervliche Anspannung war, zeigte die Reaktion von Andreas Wank, der nach dem silbernen Schlusssprung von Uhrmann die Tränen nicht zurückhalten konnte.

"Das starke Team hat mir Rückendeckung und Selbstvertrauen gegeben", sagte ein emotional sichtlich aufgewühlter Wank: "Es hat mich regelrecht beflügelt."

Schmitt bricht ein

Michael Neumayer legte als erster Springer der deutschen Mannschaft in beiden Durchgängen vor. Wank ließ vor allem im zweiten Durchgang einen hervorragenden Sprung folgen, ehe Martin Schmitt mit einem enttäuschenden Satz auf 122 m den Vorsprung vor den drittplatzierten Norwegern noch einmal in Gefahr brachte.

"Ich wollte den Sprung nicht verwalten, sondern voll angreifen, aber dann habe ich irgendwas verdreht", sagte Schmitt: "Jetzt bin ich überglücklich und sehr erleichtert."

Warten wegen Winden

"Mir war klar, dass Martin nicht mehr in der Topverfassung ist, aber es war immer noch ein Vorsprung da, und ich war sicher, dass Uhrmann gegenhalten kann", sagte Schuster.

Uhrmann hielt gegen - und wie.

Nur noch er, der vor ihm vom startende Norweger Anders Jacobsen und der Österreicher Gregor Schlierenzauer waren oben, als auf einmal der Wind auffrischte und lange Minuten des Wartens erzwang.

Uhrmann kontert Jacobsen

Endlich durfte Jacobsen ran, er legte einen Supersprung vor - den Uhrmann mit der Gelassenheit des Routiniers auf 140 m konterte.

Es war der silberne Schlusssprung der Deutschen, die in wilder Freude über Uhrmann herfielen. "Sowas bringt mich halt nicht mehr aus der Ruhe", sagte "Uhri": "Mir war klar, dass die Norweger unseren zweiten Platz nicht kriegen."

Silber, das goldwert ist

"Dieses Silber ist für den Deutschen Ski-Verband Gold wert", sagte TV-Experte Jens Weißflog, der auf den Tag genau vor 16 Jahren in Lillehammer mit der deutschen Mannschaft Gold gewonnen hatte.

Auch 2002 in Salt Lake City wurde Deutschland Olympiasieger, 1998 in Nagano gab es Silber hinter Gastgeber Japan. Insgesamt war es die vierte olympische Teammedaille für den DSV.

Österreicher dominieren von Beginn an

Der haushohe Favorit Österreich wiederholte seinen Triumph von Turin 2006.

Von Beginn an lagen die Österreicher mit den grandiosen Einzelkönnern Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern und Schlussspringer Gregor Schlierenzauer vorn und kontrollierten den Wettbewerb souverän.

Schweiz tritt nicht an

Für die deutsche Olympiamannschaft in Vancouver war es die insgesamt 19. Medaille der Spiele. Die Bilanz lautet: 6 Gold, 8 Silber und 5 Bronze (DATENCENTER: Alle Olympia-Ergebnisse) .

Doppel-Olympiasieger Simon Ammann war im Teamspringen nicht am Start, da die Schweizer mangels einer konkurrenzfähigen Mannschaft auf ihre Teilnahme verzichtet haben.

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