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Amelie Kober holte bei den olympischen Spielen von Turin die Silbermedaille © getty

Amelie Kober gewinnt am Sudelfeld den letzten Weltcup vor Vancouver. Snowboard-Sportdirektor Stade wünscht sich eine Medaille.

Bayrischzell - Eigentlich kam der Sieg zur rechten Zeit, doch Amelie Kober ist hin- und hergerissen.

"Ich sehe das jetzt einfach mal als gutes Omen, das sehr, sehr gut tut", sagte die 22-Jährige aus Fischbachau nach ihrem Triumph beim Snowboard-Weltcup vor heimischer Kulisse am Sudelfeld erleichtert.

Dem Erfolg hinterlässt bei ihr aber auch einen faden Beigeschmack: Auch den letzten Weltcup vor der vergangenen WM im südkoreanischen Gangwong hatte Kober für sich entschieden, kam von den Titelkämpfen aber ohne Medaille nach Hause.

"Ich habe ein bisschen Angst, dass das jetzt wieder so wird", sagte Kober mit Blick auf Olympia in Vancouver.

Neunter Weltcupsieg für Kober

Der Shootingstar und Überraschungszweite der Spiele von Turin ist längst zum Aushängeschild des Snowboard Verbandes Deutschland (SVD) geworden.

Und nach zuletzt mäßigen Resultaten meldete sie sich mit ihrem insgesamt neunten Weltcupsieg rechtzeitig wieder zurück.

Zweifelnde Worte hört SVD-Sportdirektor Timm Stade daher gar nicht gerne. "Für uns zählen nur Top-10-Platzierungen und eine Medaille wäre wünschenswert", erklärte der Verbandschef vor der Anreise nach Vancouver.

Um die weitere Unterstützung des finanziell angeschlagenen Verbandes für die Athleten zu sichern, muss Stade so deutlich werden.

Last auf mehrere Schultern verteilt

Gerade Hoffnungsträgerin Kober sieht die Last auf ihren Schultern durch die ihrer Meinung nach "unprofessionellen und unfairen" Äußerungen seitens des Verbandes aber wachsen: "Wenn ich eine Medaille hole, dann nicht nur für den Verband."

Konkurrenz, aber auch Unterstützung kann die 22-Jährige auf der Mission Medaillenjagd aus dem eigenen Riesenslalom-Lager bekommen.

Die deutsche Vizemeisterin Isabella Laböck (Prien) machte in dieser Saison schon mit Top-10-Resultaten auf sich aufmerksam, der vierte Platz am Sudelfeld unterstreicht die Ambitionen der 23-Jährigen: "Eine Medaille wäre ein Traum."

Und auch Junioren-Weltmeisterin Selina Jörg (22/Sonthofen) und Anke Karstens (24/Bischofswiesen) sind vordere Platzierungen in Vancouver zuzutrauen.

"Wir haben eine Hand voll Athleten, die ganz nach vorne fahren können. Den Druck muss Amelie nicht alleine schultern", erklärte Stade.

Snowboardcrosser wecken Hoffnung

Auch für den WM-Dritten des Vorjahres, Patrick Bussler aus Aschheim, sei eine Medaille realistisch.

Nach einem Sturz reichte es beim Heim-Weltcup beim Sieg des Österreichers Andreas Prommegger für den 25-Jährigen zwar nur zu Platz 13, die guten Resultate der letzten Wochen (viermal Top-10) zeigen aber, "dass Patrick topfit ist".

Neben dem starken Riesenslalom-Team ruhen die Hoffnungen des Verbandes vor allem auf den Snowboardcrossern David Speiser (29/Oberstdorf) und Konstantin Schad (22/Fischbachau). Speiser fuhr beim Weltcup in Veysonnaz (SUI) zuletzt sogar als Zweiter aufs Podest, Schad ist auf jeden Fall ein Top-15-Kandidat.

Halfpipe "richtig gefährlich"

Lediglich "Einzelkämpfer" Christophe Schmidt (Schliersee), der die Olympianorm (zweimal Top 12) bei letzter Gelegenheit als Siebter im kanadischen Stoneham erkämpfte, wird es in der Halfpipe schwer haben.

"Das Trickniveau ist im letzten Jahr noch einmal enorm gestiegen, es ist jetzt richtig gefährlich", erklärte Stade mit Blick auf den schweren Sturz des US-Top-Fahrers Kevin Pearce Anfang Januar. Dem 26-jährigen Schmidt traut er aber dennoch den Sprung ins Finale zu.

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