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David Speiser (2.v.l.) schwebt im Achtelfinale über den Wolken © getty

David Speiser hadert zunächst mit der verpassten Medaille im Snowboard-Cross, kann sich dann aber über sein Abschneiden freuen.

Vancouver - Im ersten Moment überwog die Enttäuschung der verpassten Sensation.

Dann aber wurde David Speiser klar, dass er nicht enttäuscht sein musste.

Auch wenn den deutschen Snowboarder zwei Stürze im Halbfinallauf den Einzug ins Finale der besten Vier und eine mögliche Medaille kosteten.

"Erst war ich angepisst, aber jetzt bin ich absolut zufrieden und happy", rekapitulierte der Snowboarder seine Gefühlslage nach dem achten Platz im Cross-Wettbewerb (DATENCENTER: Snowboard-Cross).

"Ansporn für die nächsten Spiel"

"Es war sehr schwierig, so weit zu kommen. Insgesamt war es sogar das härteste Rennen, dass ich je bestritten habe. Der achte Platz ist ein Ansporn für die nächsten Spiele", meinte der Oberstdorfer.

Ähnlich sah es der Snowboard Verband Deutschland (SVD), der sich durch das gute Ergebnis in seiner Arbeit bestätigt sieht.

"Das Ergebnis gibt uns ganz viel Motivation und Kraft, um am Thema Snowboardcross dranzubleiben", sagte Sportdirektor Timm Stade: "Jetzt wollen wir weiter an einer schlagkräftigen Mannschaft arbeiten. Zumal wir hoffen, dass wir 2018 in München ein Heimspiel haben werden."

Spitzen-Entwicklung im kleinen Team

Etwas schade sei die verpasste Medaille zwar, so Stade: "Wenn man so weit gekommen ist, will man eigentlich auch ins Finale."

Speiser habe aber gezeigt, dass er mit den Besten der Welt richtig mithalten könne: "Insofern werden wir bei ihm jetzt auch keine moralische Aufbauarbeit leisten müssen."

Für den Verband sei es wichtig gewesen zu sehen, "dass wir mit einem kleinen Team und harter Arbeit Spitzenathleten entwickeln können".

Gerade bei dem 29-jährigen Speiser zeigte die Kurve in den letzten Jahren deutlich nach oben. 2006 in Turin musste sich der derzeitige Weltcup-Sechste noch mit Rang 32 zufrieden geben.

Aus für Schad in der Quali

Nicht ganz so gut verlief die Olympia-Premiere von Konstantin Schad.

Nach einem Sturz war für ihn bereits nach der Qualifikation Schluss. "Das ist zwar bitter, aber Konstantin war vor allem hier, um Erfahrungen zu sammeln", sagte Stade.

Olympiasieger wurde wie bei der Cross-Premiere vor vier Jahren der Amerikaner Seth Wescott, der den Überraschungs-Zweiten Mike Robertson aus Kanada und den französischen Außenseiter Tony Ramoin auf die Plätze verwies.

Weltkriegsfahne als Glücksbringer

Weltmeister Markus Schairer aus Österreich schied gehandicapt von einer Rippenverletzung im Achtelfinale aus, für den Top-Favorit und Weltcup-Führenden Pierre Vaultier aus Frankreich war im Viertelfinale Schluss.

Wescott, mit 33 Jahren ältester Snowboard-Medaillengewinner der Olympia-Geschichte, hatte wie 2006 einen besonderen Glücksbringer dabei: Eine US-Weltkriegsfahne seines Großvaters.

"Als ich sie vor den Spielen in meine Tasche gepackt habe, hat mir das sehr viel Kraft gegeben. Die Fahne zeigt mir, was es bedeutet, auf dem Olympiapodium zu stehen."

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