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Bei der WM 2005 in Whistler holte Hannah Teter in der Halfpipe Bronze © getty

Die Titelverteidigerin in der Halfpipe setzt ihr Können und ihren Körper ein, um Armen zu helfen. Viel Geld fließt nach Kenia.

Vancouver - Hannah Teter hat einiges zu bieten: Die olympische Goldmedaille von 2006, eine eigene Eiscreme-Sorte beim populären US-Hersteller Ben Jerry's und einen Luxuskörper, den sie in der aktuellen Bikini-Ausgabe des US-Magazins "Sports Illustrated" entblättert.

Wie kaum eine andere Snowboarderin drängt sie vor der Halfpipe-Entscheidung am Donnerstag am Cypress Mountain (3 Uhr LIVE) in die Öffentlichkeit. 204181(DIASHOW: Der fünfte Tag in Vancouver)

Hinter dem vermeintlichem Geltungsbedürfnis steckt aber vor allem jede Menge soziales Engagement.

Siegprämie ginge nach Haiti

Sollte sie erneut in der Schneeröhre triumphieren, würde Teter die vom Olympischen Komitee der USA ausgelobte Siegprämie in Höhe von 25.000 Dollar sofort weiter überweisen - an die Erdbebenopfer von Haiti.

Zudem setzt sich die Amerikanerin für den Tierschutz und die Brustkrebshilfe ein, sie unterstützt "Ärzte ohne Grenzen". (Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Ihr spektakulärstes Projekt liegt viele tausend Kilometer von ihrem Wohnort Belmont im US-Bundesstaat Vermont entfernt. Für die Einwohner des kenianischen Dorfes Kirindon kommt Teter nicht nur wegen ihrer äußeren Erscheinung einem Engel gleich.

180.000 Dollar nach Kenia

Die Snowboardqueen spendet jeden Cent ihres Preisgeldes, um zum Aufbau der rund 400 km westlich von Nairobi gelegenen Gemeinde beizutragen.

Rund 180.000 Dollar kamen schon zusammen. Der Einsatz trägt Früchte. Für die Armen und Kranken wurde schon viele Hektar Land gekauft.

Ist Teter wie im vergangenen Oktober selbst einmal vor Ort, erkundigt sie sich sofort nach dem Stand der neuen Wasseraufbereitungsanlage.

Kritik prallt an Teter ab

"Seit meinem Olympiasieg 2006 weiß ich, dass ich meinen Traum, anderen Menschen zu helfen, verwirklichen kann. Wenn man der Welt etwas zurückgibt, fühlt es sich unglaublich gut an", sagt die 23-Jährige, die schon von klein auf ihren eigenen Kopf hatte und zur Selbstständigkeit erzogen wurde.

Kritik prallt deshalb an ihr ab. Gerade, wenn sie ihr lächerlich erscheint - wie jene an ihren Bikini-Fotos.

Unverblümt wie üblich kontert sie jeden Vorwurf. "Männer mit größeren Brüsten als ich können am Strand oben ohne herumlaufen, und alles ist in Ordnung. Wenn Frauen das machen, können sie ins Gefängnis gehen. Das ist so falsch", meint Teter: "Die Bilder sind ein bisschen schlüpfrig, aber absolut nicht sexuell."

Konkurrenz aus dem eigenen Land

Sich zur Wehr zu setzen, hat Teter schon früh gelernt. "Ich bin furchtlos. Wenn man mit vier Brüdern aufwächst, muss man das sein", meint die Amerikanerin, die äußerst eng mit ihrer Familie verbunden ist: Zwei ihrer Brüder sind ebenfalls Snowboard-Profis, einer ist ihr Manager. Gemeinsam träumt "Team Teter" vom zweiten Olympia-Gold.

Die größte Konkurrenz kommt aus dem eigenen Land: Kelly Clark, 2002 Olympiasiegerin in Salt Lake City; Gretchen Bleiler, Zweite 2006 in Turin, und Elena Hight.

"Es wird diejenige siegen, die den besten Tag erwischt", meint Teter und wirkt ganz entspannt. Eine Siegerin ist sie schon jetzt.

Sollte sie gewinnen, wird noch am Abend eine Überweisung eingereicht. Für Teter bliebe immer noch ein gutes Gefühl, die Goldmedaille und ein Löffel Eiscreme: Ihre Sorte heißt Ahornsirup-Blondie.

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