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Amelie Kober gewann am Sudelfeld das letzte Rennen vor Olympia © imago

Mit ihrer ganzen Batterie von Glücksbringern fiebert Amelie Kober dem Riesenslalom entgegen. Den Druck deutet sie positiv.

Vancouver - Vier Stoffschweinchen, drei D-Mark und die Glückskekse von Tante Evi sollen Goldhoffnung Amelie Kober auf dem Weg zum Snowboard-Olymp beflügeln.

"Ich habe eine ganze Batterie von Glücksbringern dabei, damit hier nichts schiefgehen kann", sagte die 22-Jährige.

Und in der Vitrine von Hans und Sieglinde Kober ist auch noch ein hübsches Plätzchen frei - neben dem Olympia-Silber 2006 von Turin, das die stolzen Eltern zu Hause in Fischbachau wie einen Schatz hüten.

Einige schlaflose Nächte

Vor vier Jahren hatte Amelie Kober nämlich schon mal richtig Schwein. Im Achtelfinale lag sie gegen eine Niederländerin mit dem bemerkenswerten Namen Nicolien Sauerbreij nach dem ersten Lauf 1,5 Sekunden zurück.

Im zweiten Lauf raste Amelie wie von der Tarantel gestochen den Berg runter und gewann mit 3 Hundertstelsekunden beziehungsweise 22 Zentimetern Vorsprung. Der Weg zum Sensations-Silber war frei. 207237(DIASHOW: Tag 13 in Vancouver)

Diesmal sind Hans und Sieglinde Kober aus der Heimat eingeflogen, um ihre Tochter zum Gold zu schreien. Diese musste allerdings vor dem Parallel-Riesenslalom am Freitag (ab 21.15 Uhr LIVE) einige schlaflose Nächte überstehen.

Fixer Gedanke Medaillenzeremonie

"Ich bin hypernervös und werde immer unerträglicher. Das Warten ist eine echte Quälerei", sagte Kober und nestelte gleich wie zur Bestätigung an ihren vier silbernen Halsketten.

Mit Kartenspielen und "Vier gewinnt" hat Kober sich die letzten Stunden vertrieben. Fernsehen war - fast - tabu.

"Es macht mich wahnsinnig, ständig die Medaillenzeremonie zu sehen. Es ist schwer, dann nicht selbst daran zu denken", sagte sie.(Zeitplan: 17 Tage, 86 Entscheidungen)

Denn wie 2006, als sie wie Phoenix aus der Asche aufstieg, ist es schon lange nicht mehr.

Plötzlich unter Erfolgsdruck

"Ich habe mich nie als Favoritin bezeichnet. Aber seit Turin hat sich mein Leben stark verändert", sagt Amelie Kober.

Plötzlich steht sie unter Erfolgsdruck, der sich durch ihren Sieg im letzten vorolympischen Weltcup weiter steigerte. (Amelie Kober im Sport1.de-Interview)

Kober versucht, damit ganz gelassen umzugehen. "Ich werte alles als positives Zeichen, was mir möglich ist. Auch die Erfolge der anderen Deutschen hier wecken den Ehrgeiz."

"Die Spiele leben von Emotionen"

Den olympischen Geist spürt sie jeden Tag. "Ich war in der Stadt. Unglaublich, wie begeistert die Leute hier sind. Die Spiele leben von Emotionen. Das nehme ich auf, das spornt mich an."

Das vierblättrige Kleeblatt um ihren Hals, das neben einer Erdbeere, einem Frosch und einer Sonnenblume baumelt, soll jetzt den Rest erledigen ...

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