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Manuela Schmermund freut sich über die erste deusche Medaille © imago

Die deutschen Behindertensportler sorgen bei den Paralympics in Peking mit drei Medaillen für einen gelungenen Auftakt. Aber nicht nur das.

Peking - Die chinesischen Zuschauer schlossen sie sofort in ihr Herz, Bundespräsident Horst Köhler sorgte mit seinem Besuch für strahlende Gesichter und Sportschützin Manuela Schmermund für eine sportliche Initialzündung.

Die deutschen Behindertensportler haben einen rundum gelungenen Start in die XIII. Paralympics hingelegt.

Bei der farbenfrohen Eröffnungsfeier am Samstag eroberten die deutschen Sportler mit einer kleinen Geste die Herzen der Chinesen. Auf einer Flagge grüßten sie mit der Aufschrift "Hallo China" das Gastgeberland.

"Paralympics als große Chance"

Als das Bild auf der Leinwand aufblinkte, jubelten die Asiaten ausgelassen, noch am Sonntag war die Geste in Peking ein großes Gesprächsthema.

Chinesische Journalisten kamen eigens zur deutschen Pressekonferenz, um ihre Freude zu übermitteln und nach den Hintergründen zu fragen.

"Wir sehen die Paralympics als große Chance. Sowohl für uns, als auch für China", sagte der deutsche Athletensprecher Rainer Schmidt, von Beruf evangelischer Pastor.

Besuch von Köhler

Die Rolle als Botschafter wurde den behinderten Sportlern am Sonntag auch symbolisch bewusst, als Bundespräsident Köhler die gesamte Delegation in der deutschen Botschaft empfing und die drei Medaillengewinner des ersten Wettkampftages einzeln beglückwünschte.

Nach der Silbermedaille für die querschnittsgelähmte Manuela Schmermund (Mengshausen) mit dem Luftgewehr holte die kleinwüchsige Schwimmerin Maria Götze (Chemnitz) über 200 m Lagen ebenfalls Silber, die sehbehinderte Judoka Carmen Brussig (Schwerin) durfte sich über Bronze in der Klasse bis 48 kg freuen.

"Die deutsche Mannschaft fühlt sich sehr geehrt vom Besuch des Bundespräsidenten", sagte der deutsche Chef de Mission Karl Quade.

Treffen mit dem chinesischen Staatspräsidenten

Direkt nach dem Treffen mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao hatte Köhler den Athleten bereits einen dreistündigen Besuch im Paralympischen Dorf abgestattet.

"Er hat sogar Athleten auf dem Zimmer besucht. Wir waren sehr positiv überrascht", sagte Quade.

Sportlich konnte die deutsche Delegation gleich bei der ersten Entscheidung die erste Medaille verbuchen. "Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen", sagte die 36-jährige

Slowakin siegt

Schmermund, die ihren Erfolg von Athen 2004 nicht wiederholen konnte und sammelte auch in der Niederlage Sympathiepunkte.

Die Slowakin Veronika Vadovicova sei eine verdiente Siegerin, "sie ist ein süßes Mädchen". Seit einem Autounfall 1992 ist die Hessin querschnittsgelähmt, beruflich ist die studierte Verwaltungsfachwirtin für den Stiftungsbereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zuständig.

"Ich hoffe, dass das ähnlich wie vor vier Jahren eine Initialzündung für das deutsche Team sein kann", sagte Schmermund. Und Quade ergänzte: "Mit einem Erfolg zu starten, kann dem gesamten Team einen Ruck geben."

"Paralympics der Rekorde"

Dass am Sonntag nur noch zwei Medaillen folgten, war für Quade keine Enttäuschung: "In den Disziplinen am Sonntag hielten sich unsere Erwartungen in Grenzen. Ab Montag haben wir viele Eisen im Feuer."

Eröffnet worden waren die "Paralympics der Rekorde" 13 Tage nach dem Olympia-Ende durch Hu Jintao. Das paralympische Feuer entzündete in Leichtathlet Hou Bin der bekannteste Behinderten-Sportler des Gastgeberlands China.

Der 33-Jährige hatte sich sich spektakulär an einem Seil mit dem Rollstuhl in 50 Meter Höhe gezogen und für einen großes Raunen gesorgt.

Zwischenfall verhindert

Ein Zwischenfall wurde dagegen knapp vermieden. Eine Frau, die nur in Jeans und BH bekleidet auf das Feld rennen wollte, wurde von mehreren Sicherheitskräften überwältigt und in Gewahrsam genommen.

Nach Angaben der Organisatoren habe ihre Aktion keinen politischen Hintergrund gehabt, sie sei "geistig verwirrt" gewesen.

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