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Die 55-jährige Marianne Buggenhagen siegt mit Diskus-Weltrekord © getty

Marianne Buggenhagen gewinnt bei den Paralympics zum Abschluss ihrer Karriere das Kugelstoßen. Es gibt den ersten Dopingfall.

Peking - Behindertensporlerin Marianne Buggenhagen hat ihre große Karriere mit dem Gewinn der Diskus-Goldmedaille bei den Paralympics in Peking gekrönt.

Die 55 Jahre alte Berlinerin gewann am Dienstag mit der Weltrekord-Weite von 27,80 m überraschend die Konkurrenz.

Es war ihre 46. Medaille bei großen internationalen Wettkämpfen und das neunte Gold bei Paralympics.

Schon Bronze im Kugelstoßen

Die querschnittsgelähmte Buggenhagen, die am Montag bereits Bronze mit der Kugel gewonnen hatte, wird noch im Speerwurf starten - wo sie sich allerdings ohne Chancen auf eine Medaille sieht - und danach ihre Karriere beenden.

Für die erste deutsche Medaille des Morgens hatte die Unterschenkel amputierte Leverkusenerin Astrid Höfte mit Bronze im Weitsprung gesorgt.

Zweite Medaille für Wolfgang Sacher

Der armamputierte Radfahrer Wolfgang Sacher hat als erster deutscher Athlet bei den Paralympics eine zweite Medaille gewonnen.

Einen Tag nach Silber in der Einerverfolgung holte der 41 Jahre alte Bayer aus Penzberg Bronze im 1 km Zeitfahren.

Dagegen hat Manuela Schmermund ihre zweite Medaille verpasst. Die 36 Jahre alte Sportschützin aus Mengshausen belegte im Kleinkaliber 3x20 Rang sechs.

Ihre Silbermedaille am Sonntag mit dem Luftgewehr war die erste Medaille der deutschen Athleten bei diesen Spielen gewesen.

Gold und Bronze für deutsche Reiter

Reiterin Hannelore Brenner hat dem Deutschen Behindertensportverband die vierte Goldmedaille in Peking beschert.

Die 45-Jährige vom Reitclub Hofgut Petersau gewann die Individualprüfung des Grade III. Den deutschen Erfolg komplettierte Bettina Eistel (Lensahn) als Dritte.

In der Mannschaftswertung, die erst gegen Mitternacht Ortszeit entschieden wurde, lag Deutschland auf Silberkurs.

Erster Dopingfall

Die Paralympics in Peking haben ihren ersten Dopingfall. Bei dem pakistanischen Gewichtheber Naveed Ahmed Butt wurde in einer Urinprobe vom 4. September ein anaboles Steroid festgestellt.

Nach den Regeln des Anti-Doping-Codes des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wurde Butt sofort von den Wettkämpfen ausgeschlossen und mit einer zweijährigen Sperre belegt.

Start in der 100-kg-Klasse

Er hat sieben Tage Zeit, Einspruch einzulegen. Butt wollte am 16. September in der Klasse bis 100 kg starten.

IPC-Präsident Phil Craven hatte im Vorfeld die Hoffnung geäußert, dass die Spiele wie die Winter-Paralympics 2006 in Turin ohne Dopingfall bleiben würden. Bereits unter den elf in Peking wegen laufender Sperren nicht startberechtigten Sportlern waren sieben Gewichtheber.

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