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Matthias Schröder erhielt nachträglich Gold über 400 Meter © getty

Drei Goldmedaillen lassen die Posse um Grimms Gold-Verlust kurzzeitig vergessen. 400-Meter-Läufer Schröder erhält nachträglich Gold.

Peking - Die deutschen Behindertensportler haben am siebten Wettkampftag der Paralympics in Peking im Nachhinein eine dritte Goldmedaillen zugesprochen bekommen.

Der sehbehinderte Leichtathlet Matthias Schröder hatte das Rennen über 400 m in 49,45 Sekunden als Zweiter beendet. Da der siegreiche Chinese Yansong Li disqualifiziert wurde, rückte Schröder mit rund zwei Stunden Verspätung jedoch zum Sieger der Goldmedaille auf. Li hatte die Bahn verlassen und dadurch die Strecke abgekürzt.

Zuvor hatten die Berliner Sonar-Segelmannschaft und die querschnittsgelähmte Magdeburgerin Andrea Eskau im Straßenrennen der Handbike-Radfahrer mit ihren Siegen für großen Jubel im deutschen Lager gesorgt.

Eine silberne und drei Bronze-Medaillen rundeten den Samstag ab.

"Jetzt wird kräftig gefeiert"

Nach der Posse um die Aberkennung der Goldmedaille von Schwimmer Thomas Grimm fand der deutsche Chef de Mission, Karl Quade, am Samstag vor allem durch das Gold der 37 Jahre alten Psychologin Eskau Trost. "Das war nicht ganz zu erwarten, denn es war sehr warm. Das sind eigentlich gar nicht ihre Verhältnisse," sagte Quade nach dem ersten Paralympics-Gold der dreimaligen Weltmeisterin.

Der Sieg der Segler Jens Kroker, Robert Prem und Siegmund Mainka war gar der erste einer deutschen Segel-Mannschaft. "Jetzt wird erstmal kräftig gefeiert", sagte Kroker. Quade war eigens ins rund 500 km entfernte Qingdao gereist, um das Team zwei Tage zu unterstützen.

Medaillenflut in der Leichtathletik

Während die Schwimmer diesmal leer ausgingen, gab es in der Leichtathletik drei weitere Medaillen.

Die 18 Jahre alte Sprinterin Claudia Nicoleitzik aus Püttlingen überraschte mit Silber über 200 m.

Die 54 Jahre alte teilgelähmte Birgit Pohl (Gera) im Speerwurf und der spastisch gelähmte Kugelstoßer Thomas Loosch (Wattenscheid) wurden jeweils Dritte.

Derweil siegte der Star der Spiele, der südafrikanische Stelzen-Sprinter Oscar Pistorius, auch im zweiten Rennen souverän. Allerdings verpasste der "Blade Runner" wie über 100 m in 21,67 Sekunden auch über die doppelte Distanz einen Weltrekord knapp.

Bronze durch Vieth

Ebenfalls Bronze holte wie am Freitag im Einzelzeitfahren Radfahrerin Dorothee Vieth (Hamburg) im Straßenrennen.

Der Traum der Rollstuhl-Basketballer von einer Medaille ist dagegen geplatzt. Sie unterlagen im Viertelfinale Großbritannien 64:71. Die deutschen Frauen stehen nach einem 60:40 gegen Japan dagegen im Finale gegen die USA.

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