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Mathias Mester verlor in Peking seinen Weltrekord © imago

Ein griechischer Teenager schnappt dem kleinwüchsigen Kugelstoßer mit einem unwahrscheinlichen Leistungssprung die Goldmedaille weg.

Peking - Mathias Mester verdarb ein möglicher Falsch-Starter das Gold am Geburtstag, Birgit Pohl freute sich über ein beeindruckendes Comeback, die Rollstuhl-Basketballerinnen scheiterten an einem übermächtigen Gegner:

Am ersten goldlosen Tag der deutschen Athleten bei den Paralympics in Peking blieben auch dem haushoch favorisierten Kugelstoßer Mester und den tapferen Basketballerinnen nur Silber.

Zweite wurde auch die Kugelstoßerin Pohl (Gera), die nach ihrer Lähmung auch noch eine Krebserkrankungen verkraften musste.

Mester um Gold betrogen?

Während die Korbjägerinnen den favorisierten US-Amerikanerinnen mit 38:50 (16:23) unterlagen, machte sich der kleinwüchsige Mester nach der völlig überraschenden Niederlage am 22. Geburtstag Gedanken, ob alles mit rechten Dingen zugegangen war.

Nach seinem Weltrekord von 11,36 m schien der Leverkusener eigentlich nicht schlagbar.

Der erst 17 Jahre alte Grieche Paschalis Stathelakos hatte eine Vorleistung von 10,50 m, im Wettkampf überbot er Mesters Bestleistung plötzlich in fünf von sechs Versuchen.

Mit 11,75 m siegte er letztlich deutlich vor dem 1,42 m großen Leverkusener (11,16). Und während Deutschlands Chef de Mission Karl Quade von einer "exorbitanten Leistung" sprach und sich weitere Kommentare verkniff, reichten die Reaktionen anderer Beobachter und Betroffener von Verwunderung bis Zorn.

DBS forciert Untersuchungen

Auch Mester zweifelte, ob der Grieche überhaupt hätte starten dürfen. "Bei ihm stimmen die Proportionen nicht", sagte er: "Er entspricht nicht der Kleinwuchsnorm, er ist einfach nur klein."

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS), der jeden Wettkampf filmt und protokolliert, wird wohl Untersuchungen beantragen.

"Die Beobachter sind nun gefordert. Ich freue mich erst einmal über Silber, aber vielleicht wird es nach einem Protest ja noch mehr", sagte Mester.

Tolles Comeback von Pohl

Ausschließlich Freude verursachte Silber bei Birgit Pohl.

Die 54-Jährige, die an einer schlaffen Lähmung beider Beine und eine Teillähmung des linken Armes leidet, schaffte nun ein bemerkenswertes Comeback nach ihrer Krebserkrankung.

"Ich habe erst 2006 wieder ins Training einsteigen können, und mein Alter macht es mir nicht leichter", sagte die achtmalige Weltmeisterin, die 1996 in Atlanta mit der Kugel und 2000 in Sydney mit dem Diskus Gold bei Paralmypics gewonnen hatte:

"Aber ich habe jeden Tag für dieses Ziel gekämpft, und ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat."

Nur Balek war besser

Trotz der besten Weite von 8,46 m musste sie sich allerdings der Kroatin Antonia Balek geschlagen geben.

Diese stieß zwar nur 5, 69 m, kam aufgrund ihrer stärkeren Behinderung durch einen entsprechenden Faktor aber auf eine höhere Punktzahl.

China mit 80 Gold-Medaillen

Die Rollstuhl-Basketballerinnen, die den USA beim 38:42 in der Vorrunde lange Paroli geboten hatten, fingen auch im Finale gut an.

Die Vorentscheidung fiel Ende der ersten Halbzeit, als die Amerikanerinnen 12 Punkte in Folge machten und einen 11:14-Rückstand in einen 23:14-Vorsprung drehten.

Während Deutschland am neunten Wettkampf ohne Gold blieb, feierte Gastgeber China einen Sieg nach dem anderen.

Die Chinesen holten innerhalb weniger Stunden 17 Mal Gold und haben nun insgesamt 80.

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