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Die Paralympics wurden am 6. September in Peking eröffnet © getty

Der Präsident des Paralympischen Komitees Phil Craven sieht die Kritik am Gastgeberland nicht bestätigt. 2012 will London rocken.

Peking - Peking hat sich mit einer farbenfrohen und verträumten Schlussfeier von den "besten Paralympics aller Zeiten" verabschiedet, nun will London rocken.

Wie schon bei der Schlussfeier von Olympia hat die englische Hauptstadt mit einem kernigen Auftritt das Ruder übernommen.

"Das waren die besten Paralympics aller Zeiten", sagte Phil Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), vor der offiziellen Beendigung der Spiele um 21.03 Uhr Ortszeit (15.03 Uhr MESZ).

Craven sah die vorherige Kritik an Gastgeber China in keinster Weise bestätigt. "Was haben wir im Vorfeld nicht alles in den Medien gehört über China. Dank der westlichen Medien habe ich selbst meine Zweifel bekommen", sagte der Brite: "Aber wir haben mehr erlebt, als jeder vermuten konnte."

"Paralympischer Geist in neuen Sphären"

Chinas Staatspräsident Hu Jintao erklärte, in den vergangenen zwölf Tagen hätten "die Athleten den Paralympischen Geist in neue Sphären gebracht. Der Geist von Solidarität, Freundschaft und Frieden wird für immer in unseren Herzen bleiben".

Danach war London am Zug. Nicht so feierlich wie China, dafür mit Rhythmus und Pepp. Um 21.08 Uhr übernahm Bürgermeister Boris Johnson die Paralympische Flagge von seinem Pekinger Amtskollegen Jinglong Guo.

"London wird rocken"

Wie nach Olympia fuhr der typisch englische Doppeldecker-Bus, auf dem bei Olympia Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page mit Pop-Sternchen Leona Lewis den Klassiker "Whole Lotta Love" geschmettert hatte, durch das Stadion.

Diesmal aber nicht im klassischen Rot, sondern bunt. Auf ihm tanzten junge Menschen verschiedener Hautfarben, ein als Lord Nelson verkleideter Gitarrist sorgte für den treibenden Beat. "London wird rocken", hieß es einer Mitteilung des IPC.

Buggenhagen trägt deutsche Fahne

Die deutsche Fahne trug bei der rund zweistündigen Zeremonie die erfolgreichste deutsche Behindertensportlerin aller Zeiten, die 55 Jahre alte Berliner Marianne Buggenhagen.

Deutschlands Sportlerin des Jahres 1994 gewann in Peking im Diskuswurf ihr neuntes Paralympics-Gold und wird ihrer Karriere nun beenden. Die querschnittsgelähmte Athletin war gerührt. "Jetzt ist es wirklich vorbei", sagte sie: "Aber das war meine zweite Goldmedaille hier."

Feier im Zeichen der Zukunft

Die stimmungs- und stilvolle Feier, die unter dem Motto "Zukunft" stand und in Stil und Farbenauswahl teilweise an das Musical "König der Löwen" erinnerte, wurde von mehr als 2000 Protagonisten dargeboten.

Auf der Tribüne saßen 23 Staatsoberhäupter sowie die Sportminister aus 34 Ländern. Zu Beginn flogen unzählige rote Blätter vom Himmel und bedeckten den Stadionboden des "Vogelnests" mit einem roten Teppich.

Die restliche Zeremonie wurden vor allem von Kindern dargeboten. Sie bildeten unter anderem ein gelbes Kuvert auf dem Spielfeld. Es stand symbolisch für die guten Wünsche für die Zukunft, die die Zuschauer vor Beginn der Feier auf verteilten Postkarten dargebracht hatten.

75 Gramm pures Gold

Um 21.22 erlosch das Paralympische Feuer. Still und leise. Die Spiele in London werden wohl eher laut werden.

Die Whan-Youn-Dai-Overcome-Medaille erhielten zu Beginn der Zeremonie der sehbehinderte Leichtathlet Said Gomez aus Panama und die beinamputierte Schwimmerin Natalie du Toit aus Südafrika.

Diese Plakette aus 75 Gramm purem Gold erhält nach jeden Spielen der Athlet, der den Geist der Paralympics am besten transportiert. 2004 in Athen hatte sie der deutsche Tischtennisspieler Rainer Schmidt bekommen.

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