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Das Weitsprung-Gold in Peking war schon Czyz' viertes bei Paralympics © getty

Im zweiten Teil des Interviews der Woche spricht Wojtek Czyz über Oscar Pistorius und seinen Freund, Fußballer Miroslav Klose

Von Matthias Becker

Sport1: Sie haben Oscar Pistorius ja schon angesprochen. Mit ihm und Schwimmerin Natalie du Toit wurde der Fokus jetzt auch auf behinderte Sportler mit dem Ziel Olympia gerichtet. Was stehen Sie zu deren Leistungen?

Czyz: Das ist sensationell, da kann ich nur alle Hüte ziehen, die ich habe. Wenn man als Behindertensportler in die Weltelite vorstößt und sich da noch behaupten kann, gebührt dem ganz großer Respekt und das kann für den Behindertensport nur gut sein.

Sport1: Käme es auch für Sie in Frage, die Olympia-Qualifikation in Angriff zu nehmen?

Czyz: Ich würde mich sehr freuen, wenn das ginge. Aber bei mir sind leider die physiologischen Voraussetzungen nicht gegeben, deshalb wird es für mich unmöglich sein, an Olympia teilzunehmen.

Sport1: Vor ihrer Verletzung waren Sie auf dem Weg in den Profi-Fußball. In diesem Jahr haben beispielsweise vor einer EM-Partie ein Match unter dem Motto "Football for all" bestritten. Sind sie dem Sport immer noch stark verbunden?

Czyz: Absolut. Ich bin ja Mitglied beim 1. FC Kaiserslautern und werde vor dem Spiel gegen Frankfurt auch im Stadion geehrt. Die Leute in Kaiserslautern freuen sich schon auf mich und ich freue mich riesig, auf dem "Betze" zu stehen und als "Betzebub" gefeiert zu werden, auch wenn es nicht als Fußballer ist. Fußball bleibt für mich die Sportart, da wird das Feuer nie erlischen.

Sport1: Sie verbindet eine enge Freundschaft mit Miroslav Klose. Hat er Ihnen denn zu ihrem Sieg gratuliert?

Czyz: Er war einer der ersten, die angerufen haben. Die Leistung von 6,50 Metern war etwas, über das sie auch in der Mannschaft diskutiert haben. Darüber freue ich mich immer. Ich werde jetzt auch wenn ich zurückkomme und Zeit finde, ein paar Tage zu Miro fahren und mich entspannen und darauf freue ich mich auch schon.

Sport1: Sie sagten, Klose habe Ihnen nach ihren Goldmedaillen von Athen auch Tipps gegeben, mit Neid umzugehen. Jetzt stand er zuletzt heftig in der Kritik, bekommt er da dann auch Zuspruch von Ihnen?

Czyz: Klar, da haben wir auch öfters telefoniert. Aber wir wissen inzwischen beide, mit solchen Situationen umzugehen und da muss ich gar nicht viel sagen. Wir sind beide sehr selbstkritisch und gehen mit uns selbst am härtesten um.

Sport1: Jetzt liegt das große Ziel erstmal wieder hinter Ihnen. Was sind die Ziele für die Zukunft?

Czyz: Man muss alles analysieren und sich mit allen wichtigen Menschen zusammensetzen und entscheiden, ob wir weitermachen bis London oder nicht. Ich tendiere dazu, weiterzumachen, denn die Voraussetzungen die ich habe, sind hervorragend.

Hier geht's zurück zum ersten Teil des Interviews

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