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Verena Bentele und ihr Guide Thomas Friedrich (l.) jubeln über ihr achtes Gold © getty

Die blinde Biathletin siegt trotz Fehlschüssen, Josef Giesen schrammt um Zehntel an Bronze vorbei. Auch Brem bleibt nur Blech.

Vancouver - Jubel bei Verena Bentele, Nebel-Frust bei den alpinen Skifahrern und Enttäuschung über zwei vierte Plätze:

Mit höchst unterschiedlichen Emotionen für die deutschen Athleten haben die Wettkämpfe bei den X. Winter-Paralympics in Vancouver begonnen. (Deutschland will Platz 1 zurück)

Die erste und einzige deutsche Medaille am Auftakttag war allerdings gleich eine goldene. Trotz dreier Fehlschüsse gewann die Müchenerin Bentele die 3-km-Verfolgung der sehbehinderten Biathletin und damit bereits ihre achte Goldmedaille bei paralympischen Winterspielen.

Großer Vorsprung in der Quali

Sieben davon holte die 27 Jahre alte Literatur-Studentin im Biathlon, eine im Langlauf. Bentele startet in Whistler noch einmal im Biathlon und dreimal im Langlauf.

"Es ist ganz toller Tag", sagte die von Geburt an blinde Athletin nach dem Erfolg mit Begleitläufer Thomas Friedrich.

Nachdem sie in der Qualifikation einen Vorsprung von 1:45 Minuten herausgelaufen hatte, musste sie aber noch ein wenig zittern, 43 Sekunden Vorsprung rettete sie dann aber ins Ziel. "Mit dem Schießen bin ich nicht zufrieden. Deshalb bin ich extrem froh über den Sieg, weil ich nicht mehr damit gerechnet habe", sagte sie.

Riesenpech für Giesen

Dagegen haben Routinier Josef Giesen und Wilhelm Brem die Medaillenränge beim ersten Start knapp verpasst.

Besonders frustrierend war dies im Fall von Giesen. Der contergangeschädigte Biathlet kam in der 3-km-Verfolgung der stehenden Athleten trotz fehlerfreier Schussrunden als Vierter ins Ziel und hatte dabei nur 0,7 Sekunden Rückstand auf den Gewinner der Bronzemedaille, Grigori Wowtschinski aus der Ukraine.

Gold holte der Russe Kirill Michailow vor dem Norweger Nils-Erik Ulset. Der 47 Jahre alte Giesen aus Herzlake hat bereits zwei Silbermedaillen bei vorherigen Paralympics gewonnen.

Brem verpasst siebte Medaille

Der sehbehinderte Brem aus Germaringen wurde in der 3-km-Verfolgung beim Sieg des Ukrainers Witali Lukjanenko Vierter.

Der 33 Jahre alte Brem wird bei seinen fünften Paralympics insgesamt fünf Mal an den Start gehen.

Bisher hat er in seiner Karriere zwei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille bei Paralympischen Winterspielen gewonnen.

Geduldsprobe Schönfelder

Keine Medaillen wurden am Samstag bei den alpinen Skifahrern vergeben. Wegen der schlechten Witterungsbedingungen wurden sämtliche sechs Entscheidungen abgesagt.

Die Wettbewerbe hatten ursprünglich um 11.30 Uhr Ortszeit beginnen sollen, waren dann wegen Nebels aber ständig verschoben worden, ehe sie letztlich verschoben wurden.

Sie sollen am Sonntag nachgeholt werden. Gerd Schönfelder (Kulmain), mit zwölf Goldmedaillen der erfolgreichste alpine Athlet in der Geschichte der Paralympics, will dann seinen 13. Sieg folgen lassen.

Auftaktsieg für deutsche Curler

Einen Auftaktsieg durften derweil die deutschen Rollstuhl-Curler bei ihrer Paralympics-Premiere bejubeln.

Das Team von Skip Jens Jäger (Schwennigen) setzte sich mit 10:6 gegen Norwegen durch.

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