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Martin Braxenthaler ist seit 1998 Mitglied im deutschen A-Kader © getty

Stürmischer Wind und heftiger Regen können Martin Braxenthaler nicht vom Sieg abhalten. Der Medaillentraum der Curler lebt.

Whistler - Martin Braxenthaler hat dem Wetterchaos in Whistler getrotzt und ist mit einem fulminanten Lauf zu seiner zweiten Goldmedaille bei den Paralympics von Vancouver gefahren.

Trotz starken Winds, starkem Regen und einer 20-minütigen Unterbrechung direkt vor seinem zweiten Lauf blieb der 38-Jährige unbeirrt und entschied nach dem Slalom auch die Riesenslalom-Konkurrenz für sich.

"Das ist super, unglaublich, der absolute Hammer", sagte der Bayer, nachdem er in hohem Tempo über die Ziellinie gerauscht und kurz danach gestürzt war:

"Die Wetter-Kapriolen waren etwas nervig, aber taktieren gibt es bei diesen Bedingungen nicht. Deshalb hab ich Vollgas gegeben und es ist gut gegangen. Am Schluss war ich wirklich übers Limit hinaus, da war ich einfach nur noch froh, dass ich im Ziel war."

Neunter Triumph insgesamt

Damit fing der im ersten Durchgang zweitplatzierte "Braxi" noch den Schweizer Christoph Kunz ab und holte seinen insgesamt neunten Paralympics-Sieg auf dem Monoski.

Die vier deutschen Goldmedaillen in Vancouver holten bisher Braxenthaler und die in Biathlon und Langlauf ebenfalls zweimal erfolgreiche Münchnerin Verena Bentele damit im Alleingang, an jedem der vier Wettkampftage eine.

Schaffelhuber holt Platz sieben

Überzeugend trat am Dienstag auch die 17 Jahre alte Skifahrerin Anna Katharina Schaffelhuber bei ihrem zweiten Start in Kanada auf.

Die querschnittsgelähmte Athletin kam nach Rang vier im Slalom nun auf den siebten Platz im Riesenslalom.

Nach dem ersten Durchgang hatte Schaffelhuber Rang sechs belegt. Die USA feierten durch Alana Nichols und Stephani Victor einen Doppelsieg.

"Doppeltes Pech"

"Siebte ist an sich nicht schlecht und der erste Lauf war sogar richtig gut", sagte die Schülerin.

Im zweiten habe sie aber "gleich doppeltes Pech" gehabt: "Die Sicht war bei mir schlechter als bei den Fahrerinnen nach mir, ich habe nie mehr als ein Tor gesehen. Außerdem ist der Mechanismus an meiner Krücke nicht aufgegangen, was mich viel Zeit gekostet hat."

Curler beweisen Moral

Derweil haben die deutschen Curler den Traum von einer Medaille mit großer Moral am Leben gehalten.

Gegen Italien drehte das Team von Skip Jens Jäger einen 5:6-Rückstand in den letzten beiden Ends noch in einen 7:6-Sieg und feierte damit den dritten Erfolg im fünften Spiel. Es war der erste Sieg im vierten Vergleich mit Italien bei einem großen Turnier.

"Das war ein hartes Stück Arbeit, aber nun ist alles drin", sagte Jäger. Die vier besten Teams der zehn Mannschaften umfassenden Vorrunde qualifizieren sich für das Halbfinale.

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