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Verena Bentele sammelte bei den Paralympics bereits elf Gold-Medaillen © getty

Die Biathletin sichert Deutschland den Sieg in der Nationenwertung. Der Empfang in ihrem Heimatort "wird eine Mordsparty" werden.

Whistler - Begleitläufer Thomas Friedrich trug sie auf Schultern an den jubelnden Fans vorbei, Präsident Friedhelm Julius Beucher schloss sein "Goldkind" mit wedelndner Deutschland-Fahne fest in die Arme und die Kollegen im Dorf empfingen sie mit einer riesigen Champagner-Dusche.

Die Euphorie nach Verena Benteles historischem Fünffach-Gold bei den Paralympics in Vancouver kannte keine Grenzen.

"Krönender kann ein Abschluss nicht sein. Jetzt ist sie eine echte Heldin", sagte der Chef des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

"Ich hab es fürs Vaterland getan"

Gejagt von drei Russinnen lief die blinde Studentin im Langlauf-Sprint zu ihrem fünften Sieg beim fünften Start und sicherte Deutschland damit mit einer Goldmedaille Vorsprung auf Russland den Sieg in der Nationenwertung.

"In diesem Moment wusste ich das gar nicht, aber das ist cool", sagte die 28-Jährige und ergänzte schmunzelnd: "Ich habe es fürs Vaterland getan."

Großer Empfang für in Tettnang

Nach einer anstrengenden und aufwühlenden Woche mit fünf Rennen in neun Tagen und unzähligen Medienterminen freute sich Bentele aber auch auf die Rückkehr nach Baden-Württemberg. Ihre Heimatgemeinde Tettnang wird ihr einen großen Empfang bereiten.

"Da wird es eine Mordsparty geben", meinte sie: "Eine Riesenfete mit allen Freunden und Verwandten. Da freue ich mich unheimlich drauf."

Siegen wurde nicht langweilig

Auch beim fünften Gold sei das Siegen nicht langweilig geworden, sagte sie, "ich habe jedes Mal wieder ein Kribbeln im Bauch."

Dass sie die erfolgreichste Athletin des DBS und neben der kanadischen Skifahrerin Lauren Woolstencroft die einzige mit fünf Goldmedaillen war, bedeutet ihr sehr viel.

"Ich habe die Jungs abgehängt und bin die Beste im deutschen Team", sagte sie strahlend und ergänzte schmunzelnd:

"Schönfelder hat mir etwas voraus"

"Wobei, ich habe fünfmal Gold, und Gerd Schönfelder hat viermal Gold und ein Kind. Das war auch großer Sport. Da hat er mir sogar was voraus."

Der Sohn des deutschen Rekord-Siegers bei Paralympics ("Leopold, beziehungsweise an dem Tag eher Leo-Gold") war während des Super-G-Laufs des Vaters in der Super-Kombination geboren worden.

Gedanken ans Karriere-Ende

Für Schönfelder war es mit Sicherheit das letzte Rennen bei Paralympics, und auch Verena Bentele erwägt ernsthaft das Karriere-Ende.

"Vielleicht ist das genau der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören", sagte sie: "Aber mal sehen, vielleicht geht ja noch was."

Begleitläufer Friedrich hört auf

Das große Problem: Begleitläufer Friedrich, der sie nach einem schlimmen Sturz im Vorjahr behutsam von allen Ängsten befreite und zu alter Leistungsstärke zurückführte, wird absprachegemäß aufhören.

Hoffnungen, ihn zu überreden, macht Bentele sich nicht.

"Da gibt es keine Chance", meinte sie: "Das war vorher so verabredet, deshalb will ich jetzt auch gar nicht diskutieren. Vor allem würde mir seine Familie dann wohl den Kopf abreißen."

Sportlehrer Friedrich hatte seinen Job verabredungsgemäß nur für einige Monate in Teilzeit ausgeübt.

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