Doppel-Gold für Deutschland. Nach zwei Medaillen auf der Bahn hat Radsportler Tobias Graf bei den Paralympics in London den großen Coup gelandet und Deutschland die zehnte Goldmedaille beschert.

Auch auf der Straße ging ein Titel an Deutschland: Michael Teuber holte die Goldmedaille im Zeitfahren. Wenige Minuten nach dem Triumph von Graf düpierte der 44-Jährige seine Konkurrenten über 16 Kilometer in 25:16,43 Minuten und gewann seine vierte Goldmedaille bei Paralympics.

Der Brite Mark Colbourne (25:29,37) und Li Zhang Yu (China/26:23,11) holten die übrigen Medaillen. Eric Winkler (Vilsbiburg) verpasste als Vierter in 26:38,87 das Podest.

Teuber, der am Dienstag aus Frust über die Klassifizierungen seine Karriere auf der Bahn beendet hatte, jubelte in eine große deutsche Fahne gehüllt und war überglücklich.

"Dass ich es diesen muskelbepackten Kerlen, die neu in meiner Klasse sind, mit meinen dünnen Beinchen gezeigt habe, allein durch Wille, Ausdauer und Erfahrung, macht mich stolz", sagte er: "Natürlich war Anspannung und Frust dabei, weil es auf der Bahn so beschissen gelaufen ist. Aber jetzt bin ich einfach von meinen Emotionen überwältigt."

Der linksseitig oberschenkelamputierte Graf setzte sich auf der Motorsportstrecke in Brands Hatch im Zeitfahren über 16 Kilometer in 24:35,12 Minuten vor Liang Guihua (China/5,21 Sekunden zurück) und Maurice Eckhard Tio (Spanien/5,64) durch.

Zuvor hatte der 28-Jährige hinter Liang Silber in der Einer-Verfolgung über 3000 m und Bronze im Zeitfahren über 1000 m gewonnen.

"Das ist einfach nur geil. Gehofft habe ich schon darauf, aber gerechnet habe ich nicht damit", sagte Graf, der sein rechtes Bein durch einen Mähdrescherunfall verloren hat.

"Ich habe mich nach den Bahnrennen eigentlich ziemlich platt gefühlt, aber anscheinend hat die Form auf den Punkt gepasst. Ich habe zwar noch nichts geplant, aber ich denke, jetzt gibt es erst mal eine ordentliche Party."

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