Techno-Doping ist bei Stelzenläufern durchaus möglich, eine höhere Leistungsfähigkeit als bei Fußgängern aber unwahrscheinlich.

Dies versichert Professor Wolfram Mittelmeier, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Nach dem Olympia-Start von "Blade Runner" Oscar Pistorius und dessen Niederlage bei den Paralympics über 200 m waren zahlreiche Diskussionen darüber aufgekommen.

Wissenschaftler hatten in einem mathematischen Modell errechnet, dass die Biodynamik des Körpers des sechmaligen Olympiasiegers Usain Bolt beste Voraussetzung für einen Weltklasseläufer bietet, weil er über eine geringere "vertikale Steifigkeit" verfüge.

Mit Prothesen ließen sich diese Erkenntnisse für behinderte Sportler sicherlich noch weiter optimieren, erklärte Mittelmeier, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Rostock.

Beispielsweise könne der Körperschwerpunkt durch individuell bemessene Prothesen verbessert und der Körper dadurch mit gleicher Kraft schneller vorangebracht werden.

Dass Stelzenläufer somit auf ein höheres Niveau gebracht werden können als Athleten mit zwei gesunden Beinen, sei unwahrscheinlich.

"Carbon-Prothesen besitzen eine geringere Aufliegefläche als Füße und Sprunggelenke, wodurch weniger Energie beim Auftritt verloren geht", sagte Mittelmeier.

Dies verschaffe behinderten Sportlern zwar Vorteile, dafür seien diese Prothesen beim Start und in Kurven jedoch weniger geeignet.

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