Deutschlands Rollstuhl-Basketballerinnen greifen in London nach ihrem ersten Paralympics-Gold seit 1984. Die Mannschaft von Bundestrainer Holger Glinicki setzte sich in einem extrem spannenden Halbfinale gegen die Niederlande mit 49:46 (24:29) durch und trifft im Endspiel am Freitag (22.15 Uhr MESZ) auf Australien.

"Silber nervt, jetzt ist es Zeit für Gold", sagte die Kölnerin Marina Mohnen, mit 20 Punkten beste Werferin ihres Teams: "Das war eine Schlacht, aber wir sind super drauf."

Glinicki gab sich ebenfalls selbstbewusst. "Wir haben eine gute Chance, Gold zu gewinnen. Ich denke, unsere Chancen stehen 60:40", sagte er: "Die Australier liegen uns. Sie werden uns hart attackieren, aber das ist eine Einladung zu gewinnen. Mit Silber wäre ich vor dem Turnier zufrieden gewesen, aber natürlich wäre es jetzt auch ein bisschen ärgerlich."

Das Team aus Down Under hatte den amtierenden Weltmeister und Paralympics-Sieger USA durch ein 40:39 (18:26) ausgeschaltet, für Deutschland bietet sich damit nicht die Chance auf eine direkte Revanche für die verlorenen Finals 2008 in Peking und bei der WM 2011. Die deutschen Männer waren im Viertelfinale an den USA gescheitert.

Die Revanche gegen die USA hätten die deutschen Frauen gerne bekommen. "Die Amerikanerinnen haben wir inzwischen drauf", sagte Glinicki.

"Ich persönlich hätte lieber die USA gehabt", meinte die Hamburgerin Edina Müller: "Aber auch gegen die Australierinnen sind wir guter Hoffnung, Gold gewinnen zu können."

In der Neuauflage der letzten elf EM-Finals seit 1989, von denen Deutschland die jüngsten sechs stets gewonnen hatte, erwischte das Glinicki-Team den besseren Start und führte schnell mit 10:0.

Im zweiten Viertel verlor Deutschland den Faden, übernahm nach 32 Minuten aber wieder die Führung (38:37), die bis zum Schluss immer wieder wechselte.

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