Erst trug er die Landesflagge in den Haaren, nun trägt er die Fahne bei der Schlussfeier: Der erst 20 Jahre alte Tischtennis-Spieler Thomas Schmidberger wird bei der Abschlusszeremonie seiner ersten Paralympics am Sonntag in London die deutsche Flagge tragen. Das gab der Deutsche Behindertensportverband (DBS) bekannt. Die Fahne bei der Eröffnungsfeier hatte die Schwimmerin Daniela Schulte getragen.

"Wir möchten mit dieser Nominierung ganz klar ein Zeichen in Richtung Jugend setzen", sagte Deutschlands Chef de Mission Karl Quade: "Thomas Schmidberger gehört zu einer Reihe von Hoffnungsträgern für die Spiele in Rio 2016. Er verfügt über ein sehr großes Potenzial, was er hier in London bereits unter Beweis gestellt hat."

Der querschnittsgelähmte Plattlinger, der als Dreijähriger auf dem Weg zum Kindergarten von einem Auto angefahren wurde und seitdem in Rollstuhl sitzt, hatte in London im Einzel Bronze und mit der Mannschaft Silber gewonnen. Und das mit einer schwarz-rot-goldenen Flagge seitlich links in der Frisur.

"Mein Bruder hat gemeint, für meine ersten Paralympics bräuchte ich etwas Besonderes. Und ein Friseur hat es dann profesionnell verfeinert", erzählte Schmidberger, der im Leistungszentrum in Düsseldorf manchmal mit Rekordeuropameister Timo Boll trainiert.

"Cool", sagte er als erste Reaktion auf die Kunde der großen Ehre am Sonntag: "Ich bin ein bisschen überrumpelt und kann es noch nicht ganz einordnen. Das freut mich sehr."

Sein Trainer Wieland Speer meinte: "Ich freue mich sehr für Thomas und unsere Sportart. Er gehört zur Weltklasse und hat sich zum Ziel gesetzt, in Rio eine Goldmedaille zu holen."

Zum Tischtennis kam Schmidberger eher zufällig, in der Aula seines Gymnasiums stand eine Tischtennisplatte und kurze Zeit später war die Liebe zu diesem Sport geweckt.

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