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Pius Heinz setzte sich bei der Poker-WM gegen 6.865 Gegner durch © imago

Pius Heinz ist Poker-Weltmeister. In der SPORT1-Pokerschule gibt der 22-Jährige nützliche Tipps für ein erfolgreicheres Spiel.

Von Michael Körner und Pius Heinz

München - Poker ist ein Kartenspiel. Diese Aussage ist zum Teil richtig, da das Spielmaterial ein Deck mit 52 Karten ist. Es ist genauso richtig wie die Erkenntnis, dass Schach ein Brettspiel ist.

Um beide Spiele zu beherrschen, müssen außer der Regelkenntnis aber noch einige andere Faktoren passen.

Die SPORT1-Pokerschule soll ihnen zeigen, wie wichtig beim Pokerspiel das Zusammenspiel des gesamten Körpers ist.

(Hier geht es zum zweiten Teil der SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)

Das Spiel

Es gibt über ein Dutzend Pokervarianten, doch überwiegend wird auf der Welt No Limit Texas Holdem (NLHE) gespielt. Ein Grund ist sicherlich, dass NLHE von allen Varianten die einfachsten Regeln hat. (514885DIASHOW: Pius Heinz' Triumph bei der WM)

Innerhalb von wenigen Minuten ist jeder Interessierte mit dem nötigen Grundkonzept vertraut, sodass zumindest ein grobes Spielverständnis vorhanden ist und eine erste Spielrunde absolviert werden kann.

Grundlagenwissen erforderlich

Zum Einstieg ins Spiel kommt man allerdings nicht Umhin, die verschiedenen Wertigkeiten einer Pokerhand auswendig zu lernen. Diese Hand besteht immer aus fünf Karten, die bei NLHE aus zwei eigenen Karten, die der Spieler auf der Hand hält und maximal fünf Gemeinschaftskarten, die offen ausgelegt werden, gebildet wird. (Folge Pius Heinz auf twitter)

Die unterschiedliche Wertigkeit der Pokerhände und das zu Grunde liegende Spielprinzip fasst die SPORT1-Pokerschule zusammen.

Viele Faktoren

So einfach die Grundregeln zu lernen sind, so lange braucht es, um ein wirklich guter Spieler zu werden. Poker ist ein faszinierendes Zusammenspiel von Kartenkonstellationen, Menschenkenntnis, Körperkontrolle und Strategie. Es ist überraschend, welche Sinne und Teile des Körpers beim Pokerspiel gefordert werden.

Der Bauch

"Bist Du eher Kopf- oder Bauchspieler?" Interessanterweise bezeichnen sich viele Pokerspieler entweder als Kopf- oder Bauchspieler. Die überwiegende Anzahl von Amateur- und Hobbyspielern würde sich wohl als Bauchspieler bezeichnen.

Das bedeutet, dass sie ihre Entscheidungen am Pokertisch fast ausschließlich nach dem berühmten "Bauchgefühl" treffen und mathematische bzw. spielanalytische Überlegungen außen vor lassen. Insbesondere in geselligen Privatrunden sind die Auswüchse solchen Spiels anzutreffen.(Pius Heinz auf Facebook)

Klassisch sind Aussagen wie: "Du hast doch nichts, ich bezahle", "Was soll´s, eine Karte will ich noch sehen" oder "Mein Gefühl sagt mir, Du bluffst."

[kaltura id="0_9yvv4o5w" class="full_size" title="Heinz Alltag nach dem WM Triumph"]

Überblick geht verloren

Spieler, die ihre Entscheidungen alleine aus dem Bauch heraus treffen, übersehen oft eine Vielzahl anderer wichtiger Faktoren und begehen grobe spieltaktische Fehler. So werden zu hohe Einsätze getätigt bzw. bezahlt.

Die Übersicht über die Chipverteilung am Tisch geht verloren, die Position am Tisch wird falsch gespielt. Vielmehr nehmen psychologische Muster oder verhaltensauffällige Gesten des Gegners ("Du schwitzt aber ganz schön!, Na, geht dir die Pumpe?") einen viel zu hohen Stellenwert ein.

Bauch als Schutz

Hinzu kommt, dass einem das eigene Bauchgefühl oftmals zu einer eher vorsichtigen und passiven Spielweise rät, da es wie eine Art Schutzmechanismus funktioniert und verhindern möchte, dass man in eine komplizierte Situation gerät. Aber natürlich gilt auch, eine gesunde Portion Intuition ? schon ist der Begriff "Bauchgefühl" positiver besetzt ? kann dem Spiel durchaus auch zugutekommen.

Denn am Ende ist das Bauchgefühl in einem selbst entstanden aus einer Vielzahl von Reizen und unbewussten Sinneswahrnehmungen, kombiniert mit eigenen Erfahrungswerten. Wer hat nicht schon mal erfahren müssen, dass das erste Gefühl das richtige war. Und auch absolute Spitzenspieler werden eingestehen, dass sie sich in wichtigen Situationen auch auf das verlassen was der Bauch ihnen zuflüstert.

Fazit: Trainieren Sie Ihr Bauchgefühl, indem Sie immer wieder Entscheidungen, die Sie gefühlsmäßig treffen, überprüfen.

Wie ist diese Entscheidung entstanden? Welche Faktoren haben mich beeinflusst? Neige ich eher zu positiven oder negativen Entscheidungen? Warum habe ich andere spielanalytische Mechanismen außer Acht gelassen. Habe ich mich von persönlichen Vorlieben/Abneigungen leiten lassen?

Heinz: "Ich bin generell kein Freund von Bauchentscheidungen. Es kommt aber auch bei sehr guten Spielern vor, dass man mal ratlos ist und sich auf den Bauch verlässt. Aber prinzipiell sollten Entscheidungen aufgrund von Spielanalysen gefällt werden. Es ist immer besser, weiter nachzudenken."

(Hier geht es zum zweiten Teil der SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)

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