vergrößernverkleinern
Davidi Kitai gewann 2008 bei der WSOP das 2.000 Dollar Pot-Limit-Hold'em-Event © getty

SPORT1-Experte Michael Körner spricht dem Gewinner der EPT in Berlin, Davidi Kitai, große Fähigkeiten zu.

Von Michael Körner

Berlin - Die EPT 2012 in Berlin ist Geschichte. Der Belgier Davidi Kitai ist ein würdiger Champion.

Wer die knapp elfstündige Übertragung des Finaltables bei SPORT1 und SPORT1.de gesehen hat, hat mitbekommen wie wenig Poker in gewissen Situationen mit Glück zu tun hat.

Kitai hat in mindestens drei Situationen unglaubliche gute Entscheidungen getroffen, mit schwachen Händen gegen noch schwächere Hände seines Gegners bezahlt und gewonnen.

Dreistigkeit schadet nicht

Die richtige Entscheidung treffen, darum geht es bei diesem faszinierenden Kartenspiel. Und Kitai bewies teilweise ein fast schon beängstigendes Gespür für seine Gegner.

Eine Eigenschaft, die übrigens auch dem Russen Vladimir Geshkenbein zu zahlreichen gewonnen Pötten verholfen hat.

In einer Hand an Tag eins zum Beispiel stellte der Russe einen Spieler am Tisch (einen älteren Herrn) einfach all-in und garnierte die Aktion mit dem Satz: "Du willst doch nicht wirklich am ersten Tag ausscheiden!"

Sein Gegner passte, Geshkenbein hatte sich seine Karten nicht mal angeschaut...

Eines gewisses Pfund Dreistigkeit hat übrigens auch noch keinem Pokerspieler geschadet.

[kaltura id="0_pvra5luo" class="full_size" title="Der Finaltable in Berlin"]

Starkes Teilnehmerfeld in Berlin

Auffällig bei diesem Turnier war mal wieder die unglaubliche Dichte an sehr guten Spielern.

[image id="66355416-6455-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Der Amerikaner Kevin McPhee, Sieger der EPT Berlin 2009, schied diesmal als 19. aus und meinte wenige Minuten später, dass das diesjährige Feld deutlich stärker gewesen wäre als bei seinem Sieg.

Sicherlich wird im Laufe eines solchen Turniers immer wieder mal ein Spieler nach vorne gespült, weil er einen irren Lauf an Karten hat, aber um schließlich zu gewinnen braucht es deutlich mehr.

In Zukunft mehr Interaktivität?

Als geglückt möchte ich die leicht zeitversetzte Übertragung des Finaltables bei SPORT1 bezeichnen.

Meines Erachtens ein Projekt für die Zukunft, der Start des Finaltisches im Free-TV, die spätere Verlagerung ins Internet, so dass selbst ein 12-Stunden-Marathon einer Programmplanung keine Schwierigkeiten bereitet.

Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, dass zukünftig noch mehr Interaktivität mit dem Zuschauer daheim möglich ist. Wir haben während der Übertragung schon viele Rückmeldungen über Mail/Twitter erhalten, vielleicht kann man auch noch über andere Formen nachdenken.

Deutsche Starter erfolgreich

Die EPT Berlin war auch wieder ein Beweis dafür, dass Deutschland weltweit zu den führenden Pokernationen gehört.

Drei Spieler am Finaltable, dazu mehrere gute Platzierungen bei den Sideevents.

Um ein guter Pokerspieler zu sein, braucht es ein gehöriges Maß an Disziplin, das scheint unserer Mentalität stark entgegenzukommen. Zudem ist der Deutsche auch recht lerneifrig.

Uns erreichten bei der Übertragung des Finaltisches zahlreiche Anfragen nach guter Pokerliteratur, der Wille, sich ständig zu verbessern und sich mit dem Spiel zu beschäftigen, ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Pokerspiel.

Aber ein gutes Blatt kann natürlich auch nicht schaden.....

Gutes Blatt!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel