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Jan Heitmann belegte 2006 Platz 2 bei den European Poker Classics in London © getty

SPORT1-Mitarbeiter Jan Heitmann ist bei der Poker-WM nach einem "sehr anstrengenden Tag" unter den letzten 27 Spielern.

Von Michael Körner

Las Vegas/München - 294.601 Dollar sind viel Geld.

Der Pokerstars-Profi und SPORT1-Pokerexperte Jan Heitmann hat genau diesen Betrag bei seinem aktuellen Turnier bereits sicher gewonnen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihn das momentan überhaupt nicht interessiert, vermutlich weiß er nicht mal die genaue Summe.

Denn Heitmann spielt momentan das Main Event der World Series of Poker, das wichtigste Turnier der Welt, der Sieger darf sich Poker-Weltmeister nennen. 6.598 Spieler sind angetreten, 27 sind noch übrig. (AKTUELL: Heitmann in Lauerstellung)

Heinz triumphiert 2011

Im vergangenen Jahr gelang es erstmals einem Deutschen, dieses Turnier zu gewinnen. Pius Heinz setzte sich damals durch, gewann 8,7 Millionen Dollar und für mehrere Monate war er Dauergast in Talkshows, gab Dutzende Interviews und entfachte einen neuen Pokerboom im eh Poker begeisterten Deutschland. (Pius Heinz auf Facebook)

Das Main Event dieses Jahr zahlt dem Sieger 8,5 Millionen Dollar, lebensverändernd, dazu Ruhm und Ehre eines Weltmeisters. (Die SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)

Da interessieren 294.601 Dollar einen echten Profi erst mal wenig. Durchgangsstation auf dem Weg nach ganz oben.

Heitmann als Heinz-Erbe?

Wird Heitmann nun der neue Heinz? 27 Spieler haben noch Chancen auf den Titel, gemäß der aktuellen Verteilung der Chips liegt Heitmann im Mittelfeld auf Platz 17, mit allen Chancen auf den Finaltisch.

"Jeder Tag, an dem man seine Chips eintütet und am nächsten Tag wieder antritt, ist ein guter Tag. Aber insgeheim ist es mein größter Traum, den Finaltisch zu erreichen. Ich bin jetzt so kurz vorm Ziel und spüre, wie meine Anspannung stündlich größer wird. Ich versuche jetzt zu schlafen und morgen mein Bestes zu geben", sagte Heitmann nach dem Meistern der nächsten Hürde.

Langjähriger SPORT1-Experte

Ein besonderes Ereignis für Poker-Deutschland und besonders für SPORT1. SPORT1 ist nicht nur seit fast 10 Jahren Europas TV-Pokersender Nummer eins, sondern Jan Heitmann ist auch seit langer Zeit ein Mitarbeiter im Haus.

[kaltura id="0_p1607s6q" class="full_size" title="Jan Heitmann die Poker Sensation"]

Als Experte und Kommentator begleitet der Pokerstars-Profi unsere Shows von der European Pokertour und die Kultsendungen der German Highroller-Staffeln.

Kräftezehrender Tag

Den letzten Tag - der sechste Turniertag ging heute Mittag deutscher Zeit zu Ende ? bezeichnete Heitmann als "sehr anstrengend".

Seine Startkarten waren zum Großteil schlecht und Situationen wo man auch mit solchen Karten mal einen strategischen Zug unternehmen kann, ergaben sich so gut wie gar nicht. Heitmann war im Wesentlichen darauf bedacht, seine Chips nicht zu verlieren und Geduld zu bewahren.

Internet statt Handy

Aus der Ferne verfolgt derzeit sein bester Freund George Danzer das Geschehen in Las Vegas. Danzer ist selbst Profispieler und hat bei der aktuellen World Series über 240.000 Dollar gewonnen.

Als Informationsquelle dient dem Kumpel und auch allen Heitmann-Fans daheim das Internet, Jan versucht regelmäßig über seinen Twitteraccount (@JanHeitmann) Auskunft zu geben, jedoch ist der Gebrauch von Mobiltelefonen verboten, sobald man an einem Tisch spielt, der von TV-Kameras begleitet wird.

Laut Danzer war Heitmann über den gesamten letzten Tag "kartentot". Danzer ist "mindestens so aufgeregt als wenn ich selbst spielen würde".

Brenzlige Situationen

Über die sechs Tage gab es zwei Situationen, die für Heitmann besonders bedrohlich waren und in denen ihm der Pokergott zur Hilfe kommen musste. So gewann er mit einer 9 und einer 10 gegen einen Spieler mit zwei Königen als er seine gesamten Chips riskierte.

Statistisch gesehen hat man da nur eine gut 20-prozentige Chance, die Karten fielen aber zu Gunsten des Deutschen. Doch über weite Strecken eines solchen Marathonturniers müssen Entscheidungen getroffen werden, die mit Glück nichts zu tun haben und da hatte Heitmann bisher oft den richtigen Riecher.

Aus 27 mach Neun

Ab 21 Uhr deutscher Zeit heute Abend geht es dann für den 35-jährigen sowie Wilfried Haerig und Nico Maag, die weiteren Deutschen, die noch dabei sind, um den Finaltisch. Es wird so lange gespielt bis von den 27 Spielern nur noch neun übrig sind.

Dann wird das Turnier bis zum 28. Oktober unterbrochen, um schließlich mit großem TV-Aufwand (u.a. live bei SPORT1) fortgesetzt zu werden.

Wer den Finaltisch erreicht, hat übrigens 754.798 Dollar sicher. Aber daran denkt Heitmann momentan nicht. Ganz sicher.

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