Prestige- und Preisgeldjagd in besonderem Flair
Von Michael Körner
München - Ein Gang durch San Remo ist wie eine Zeitreise.
Die Gebäude, die Straßen, das gesamte Flair erinnert an diesen typischen Riviera-Stil der 50er Jahre. Eine Stadt im Retrolook, den Fortschritt der Zeit erkennt man eigentlich nur daran, dass die unzähligen Motorroller im Laufe der Jahre etwas leiser geworden sind, naja, manche zumindest. ( V-I-Poker: Fußballer pokern für guten Zweck)
Neuer Zeitpunkt
In jedem Fall eine sehenswerte Stadt und seit jeher eine beliebte Station auf der European Poker Tour (EPT). Bisher gastierte die EPT (täglich im LIVE-TICKER) immer zum Saisonende in der italienischen Küstenstadt, nun nutzt man das angenehme Klima des Frühherbstes.
Umfangreicheres Programm
Zudem haben die Events der European Pokertour in dieser Saison einen neuen Charakter bekommen, es wird weniger Stationen geben, dafür mehr Turniere pro Stadt. So kann der ambitionierte Turnier-Pokerspieler durchaus ein solides Neun-Tagesprogramm in San Remo absolvieren.
Bunte Tüte voller Turniere
Es gibt Turniere für den kleinen Geldbeutel und zahlreiche Möglichkeiten, sich vor Ort sozusagen auf den letzten Drücker für die großen Turniere zu qualifizieren. Dabei sind nicht nur die Turniertische gut besetzt, traditionell strömen die Spieler hier auch an die Cashgametische, wo Partien völlig unabhängig vom Turnierkalender stattfinden. ( Die SPORT1-Pokerschule mit Pius Heinz)
Italien am Tisch ungestüm
Der Italiener an sich gilt als eher schlechter Pokerspieler, zu undiszipliniert, zu wild, zu schnell "auf 180". Solche Schwachpunkte im Spiel nutzen Profis eiskalt aus und bevölkern daher geduldig die Tische im Casino San Remo, um Ausschau zu halten nach vermeintlich schlechten italienischen Pokerspielern. Das Hauptaugenmerk liegt aber wie immer auf dem sogenannten Main Event.
Hohes Preisgeld
Das große Teilnehmerfeld in San Remo sorgt dabei auch immer für sensationell hohe Ausschüttungen, nicht selten kassiert hier der Sieger über 1 Million Euro. Vielleicht wird auch der frischgekürte Champion der WSOP Europe einen Abstecher unternehmen. ( Hand-Analyse: Heinz' Meilensteine zum WM-Titel)
Gewinnt eine Frau?
Der unglaubliche Phil Hellmuth hat bereits tatsächlich sein 13. Armband gewonnen, Austragungsort war Cannes, also nur ein paar Kilometer von San Remo entfernt. Oder es gewinnt mal wieder eine Frau, so wie 2010 als die Engländerin Liv Boiree am Ende über 1,2 Mio Euro einsackte und den Finaltisch nicht nur mit ihrer überragenden Optik beeindruckte.
Viel Prestige
Immer mehr rücken die Highroller Turniere in den Blickpunkt wo die Spieler ein deutlich höheres Buy-in entrichten müssen als im Main Event.
In San Remo sind 5.300 Euro für das Main Event fällig, das Highroller Turnier verlangt 10.300 Euro "Eintrittsgeld". Dafür sind diese hochdotierten Turnieren neben dem hohen Preisgeld auch mit viel Prestige ausgeschmückt. Wer ist nicht gerne der Beste unter den Besten.
Und wer komplett leer ausgeht, darf kostenfrei durch Retrocity spazieren. Zumindest der Blick in die Vergangenheit ist in San Remo kostenlos.
Lawrence Okoye wird Footballspieler: Der britische Modellathlet erhält bei den San Francisco 49ers einen Dreijahresvertrag. Der Head Coach des Vizemeisters schwärmt. Sportler auf Abwegen. mehr...