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Lance Armstrong hatte sich im März das Schlüsselbein gebrochen © getty

"Ich habe keinen Druck zu gewinnen oder in Top-Form zu starten", so der "Tourminator", nachdem er in New Mexico das Podest erklomm.

Silver City - Als Belohnung für den ersten Podestplatz nach seinem Comeback bekam Lance Armstrong ein neues Fahrrad.

Voller Stolz präsentierte der Texaner die eigens für den Start beim Giro d'Italia in der kommenden Woche gebaute Rennmaschine.

Zuvor war er im Zeitfahren der drittklassigen Tour de Gila in New Mexico auf Platz drei gefahren (Grünes Licht für Armstrongs Tour-Start) .

Dennoch stapelt Armstrong tief. "Ich fühle mich gut für den Giro. Aber ich habe für das Rennen keinen Druck zu gewinnen oder in Top-Form am Start zu stehen. Ich will einfach nur versuchen, einen von uns zum Sieg zu verhelfen", meinte der siebenmalige Tour-Sieger in "Cyclingnews".

Für diese ungewohnte Bescheidenheit ist wohl sein gerade erst verheilter Schlüsselbeinbruch verantwortlich, der im März für eine Unterbrechung seiner Vorbereitung für die Italien-Rundfahrt sorgte.

"Alle Ambitionen verworfen"

Das war zwar ein Rückschlag, aber er sei im März ohnehin noch nicht in der Form gewesen, den Giro zu gewinnen.

"Das Ganze hat alle Ambitionen verworfen. Wir haben da aber in Levi Leipheimer einen starken Mann, das ist perfekt für mich", sagte Armstrong. Er wolle die Rundfahrt einfach nur genießen, die für ihn ein mystisches Rennen sei.

Akribie gehört Vergangenheit an

Armstrong verzichtet in der Vorbereitung auf seine gewohnte Akribie. Lediglich die Strecke des Zeitfahrens schaute sich der US-Profi vorher an.

"Ich habe einfach keine Zeit dafür. Ich gehe lieber zu einem Football-Spiel meines Sohnes, als mir allein irgendwelche Etappen anzuschauen", sagte der 37-Jährige.

Aufreger "Showergate"

Der Champion gibt sich entspannt, doch kommt die Sprache auf die Kontroll-Affäre "Showergate", ändert sich die Mimik sofort (Armstrong befürchtet Tour-Ausschluss).

"Das war doch nur eine große Geschichte, weil die Leute die Fakten nicht verstanden haben", meinte Armstrong: "Wenn in Amerika jemand kommt und fragt, ist es cool für dich, wenn ich reinkomme und du pinkelst in die Tasse, ich stecke dir eine Nadel in den Arm und verpasse dir einen Haarschnitt, dann würde man die Polizei rufen."

Folgenlose Beschwerde

Armstrong war am 17. März in Frankreich von einem Kontrolleur aufgesucht worden, hatte diesen jedoch nicht hereingelassen.

Erst nach einer Dusche und einem Kontroll-Anruf beim Weltverband war der Ex-Weltmeister zu einer Probe bereit.

Der Kontrolleur verfasste eine Beschwerde, die allerdings folgenlos blieb (Armstrong verärgert Kontrolleure).

Zuschauer-Ansturm in Silver City

Armstrongs Rückkehr in den Rennzirkus bescherte dem normalerweise abseits der Öffentlichkeit stattfindenden Amateur-Rennen rund um das 1800 Meter hoch gelegene Silver City jedenfalls einen wahren Zuschauer-Ansturm.

Dutzende Fans umzingelten den 20 Meter langen Wohnwagen von Armstrong und seinen Teamkollegen Levi Leipheimer und Chris Horner.

Die anderen Fahrer saßen derweil auf ihren Klappstühlen unter den Sonnenzelten und staunten nicht schlecht.

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