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Nach Pedro Horrillos Horrorsturz beobachtet das Feld der Hobbyfahrer dessen Bergung © imago

Nach dem 60-Meter-Absturz des Spaniers Pedro Horillo reagieren seine Kollegen beim Giro verärgert. Sie bummeln auf der 9. Etappe.

Bergamo - Überschattet vom Horrorsturz des Spaniers Pedro Horrillo und einem Bummelstreik auf der neunten Etappe hat sich der T-Mobile-Nachfolger Columbia zum Top-Team der ersten Giro-Woche aufgeschwungen und selbst die Premierenvorstellung von Superstar Lance Armstrong in den Hintergrund gedrängt (DATENCENTER: Giro-Ergebnisse).

Mit vier Etappensiegen und drei Tagen im Rosa Trikot drückte der US-Rennstall dem ersten Drittel der Rundfahrt seinen Stempel auf, während der siebenmalige Toursieger Armstrong die wohl schwerste Rennwoche seiner Karriere erlebte.

Allerdings wurden die sportlichen Geschehnisse zunächst vom Drama um Rabobank-Fahrer Horrillo überlagert, der im Verlauf der achten Etappe zu Fall kam und seinen 60 m tiefen Sturz in einen Abgrund wie durch ein Wunder überlebte.

Wieder ansprechbar

Nachdem der 34-Jährige im Krankenhaus Riuniti in Bergamo zunächst in ein künstliches Koma versetzt wurde, war er am Sonntagmorgen wieder ansprechbar und konnte seine Arme und Beine bewegen.

Horrillo hatte zahlreiche Knochenbrüche an beiden Beinen sowie Verletzungen im Bereich der Rippen und Wirbel erlitten, wobei aufgrund eines Rippenbruchs auch eine Lunge zusammengefallen war.

Lebensgefahr nach Blutverlust

Nicht zuletzt wegen des großen Blutverlusts bestand zunächst sogar Lebensgefahr. Rabobank-Teamarzt Geert Leinders bezeichnete seinen Zustand am Sonntag als "ernst, aber stabil".

Auch wenn Horrillo am Sonntagmittag bereits Besuch von seiner Frau empfangen konnte, wollte Teamsprecher Luc Eisenga zunächst noch keine endgültige Entwarnung geben: "Er ist wach. Aber die Sache ist weiter ernst."

Streik gegen Streckenprofil

Zu einem Kuriosum kam es dann auf der neunten Etappe, auf der sich die Fahrer wegen des ihrer Meinung nach zu gefährlichen Streckenverlaufs zu einem kollektiven Bummelstreik entschlossen.

Nachdem die Rennjury die vom Peloton geforderte Neutralisation des Teilstücks zunächst abgelehnt hatte, erfolgte nach den ersten beiden Rennstunden mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von unter 30 km/h schließlich das Zugeständnis: Das Etappenergebnis wurde nicht fürs Gesamtklassement gewertet.

Dennoch wurde um den Tagessieg gesprintet, den Sieg holte sich der Brite Mark Cavendish vom Columbia-Team.

Dritter Tagessieg für Columbia

Am Samstag hatte Columbia mit dem Tagessieg des Weißrussen Konstantin Siwtschow, der sich am Ende der 209 km langen Etappe von Morbegno nach Bergamo im Alleingang durchsetzte (8. ETAPPE: Doppelsieg für Columbia), bereits den dritten Triumph nach dem Auftakterfolg im Teamzeitfahren von Venedig sowie dem Sieg des Norwegers Edvald Boasson Hagen auf der siebten Etappe eingefahren (7. ETAPPE: Norweger siegt bei strömendem Regen).

Dazu hatten aus der Mannschaft von Teamchef Bob Stapleton Sprinter Mark Cavendish auf der zweiten und dritten sowie der Schwede Thomas Lövkvist auf der fünften Etappe das Rosa Trikot des Spitzenreiters getragen.

Erster Ruhetag

Der derzeitige Gesamtführende Danilo Di Luca, Girosieger 2007, liegt im Klassement 13 Sekunden vor Lövkvist.

Armstrong, der auf den ersten schweren Bergetappen der Rundfahrt jeweils mit erheblichem Rückstand auf die Favoriten ins Ziel kam, weist als 25. bereits 4:39 Minuten Rückstand auf.

Nach der 165 Kilometer langen neunten Etappe rund um Mailand am Sonntag wartet am Montag der erste Ruhetag.

Insgesamt stehen beim 100-jährigen Jubiläum des Giro 21 Teilstrecken mit einer Gesamtlänge von 3454,5 Kilometern auf dem Programm. Die Italien-Schleife endet am 31. Mai in Rom.

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