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Linus Gerdemann fuhr beim Prolog auf den 7. Platz © imago

Der Deutsche gewinnt die erste Etappe der Deutschland-Tour und erfährt sich ein kleines Polster für die Gesamtwertung.

Hochfügen - Mit einem Husarenritt auf dem Schlussanstieg der Königsetappe hat sich Linus Gerdemann zum Topfavoriten auf den Gewinn der Deutschland-Tour aufgeschwungen.

Der 25-Jährige vom US-Team Columbia setzte sich bei der schweren Bergankunft im österreichischen Hochfügen mit einem 13 Kilometer langen Alleingang durch und übernahm das Gelbe Trikot des Spitzenreiters.

Im Kampf um den Gesamtsieg könnte der gebürtige Münsteraner und Wahl-Freiburger auf dem ersten von acht Teilstücken schon für eine Vorentscheidung gesorgt haben.

"Das war ein Sieg des Willens. Nach meiner langen Verletzung im Frühjahr konnte man nicht damit rechnen", sagte Gerdemann, der bei einem Sturz bei der Fernfahrt Tirreno-Adriatico im März einen doppelten Beinbruch erlitten hatte.

Kopfhörer-Kabel kostet 30 Sekunden

Auf dem Weg zum Tagessieg am Samstag hatte den letztjährigen Touretappensieger sogar noch ein Kopfhörer-Kabel, das sich in der Kette verfangen hatte, leicht gebremst. "Das hat mich sicher 30 Sekunden gekostet. Das ist natürlich ärgerlich, denn es geht im Kampf um den Gesamtsieg um jede Sekunde."

Zweiter der 178 km langen Etappe von Kitzbühel ins Zillertal wurde Gerdemanns Mannschaftskollege Thomas Lövkvist (Schweden), der 16 Sekunden hinter seinem Kapitän den Doppelerfolg für das T-Mobile-Nachfolgeteam perfekt machte. Auf den dritten Platz fuhr der Slowene Janez Braijkovic vom Astana-Rennstall.

Voigt fällt weit zurück

Dagegen fiel der Berliner Jens Voigt (CSC) bereits zu Beginn des Schlussanstiegs zurück und musste nach seinen Gesamtsiegen in den beiden Vorjahren alle Hoffnungen auf einen "Hattrick" begraben.

"Ich habe vorher schon gesagt, dass meine Vorbereitung nicht optimal war. Ein, zwei Tage mehr zum Einfahren hätten mir sicher gut getan", sagte der 36-Jährige, der mehrere Minuten Rückstand kassierte.

17 Sekunden Vorsprung

In der Gesamtwertung führt Gerdemann mit 17 Sekunden Vorsprung auf Lövkvist, Brajkovic als Dritter liegt 20 Sekunden zurück.

"Eine Entscheidung fällt sicher erst im abschließenden Zeitfahren. Aber da rechne ich mir auch etwas aus", sagte der Spitzenreiter.

Fluchtversuch scheitert

Zu Beginn der Etappe hatten vier Fahrer einen Fluchtversuch unternommen und über rund 150 Kilometer die Spitzengruppe gebildet.

Der Kölner Dominik Roels vom Team Milram, der Cottbuser Daniel Musiol vom österreichischen Volksbank-Rennstall, der Däne Kasper Klostergaard (CSC) und der Franzose Jeremy Roy (Francaise des Jeux) hatten dabei bis zu fünf Minuten Vorsprung auf das Feld, konnten diesen aber nicht in den Schlussanstieg retten. Kurz vor der entscheidenden Phase des Rennens wurde das Quartett gestellt.

Den Prolog am Vortag in Kitzbühel hatte der Australier Brett Lancaster gewonnen und damit dem deutschen Milram-Team einen Auftakterfolg beschert. Die Favoriten auf den Gesamtsieg hatten angesichts der kurzen Distanz von 3,6 Kilometer jedoch alle noch im Bereich von wenigen Sekunden Rückstand gelegen.

2. Etappe in München

Mit der zweiten Etappe am Sonntag erreicht die neuntägige Rundfahrt deutschen Boden. Vom Start im Münchner Olympiapark geht es über 182,6 Kilometer zur deutlich leichteren Bergankunft auf dem Hesselberg (595 Meter) in Mittelfranken.

Der drei Kilometer lange Schlussanstieg hat eine durchschnittliche Steigung von 6 Prozent, wobei der letzte Kilometer sogar 10 Prozent steil ist.

Die 32. Deutschland-Tour endet nach insgesamt 1408,5 Kilometer am kommenden Samstag in Bremen, wo ein 34 Kilometer langes Einzelzeitfahren den Abschluss bildet.

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