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Linus Gerdemann hat weiterhin einen Vorsprung von 17 Sekunden © getty

Der deutsche Columbia-Kapitän verteidigt mit seinem fünften Platz auf der 2. Etappe der Deutschland-Tour die Gesamtführung.

Hesselberg - Columbia-Kapitän Linus Gerdemann hat beim Etappensieg des Spaniers David de la Fuente auf dem zweiten Teilstück der Deutschland-Tour seine Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigt.

Einen Tag nach seinem Triumph auf der Königsetappe erreichte der gebürtige Münsteraner das Ziel auf dem mittelfränkischen Hesselberg mit zwei Sekunden Rückstand auf den Sieger als Tagesfünfter.

"Die Etappe war höllisch schnell und wurde am Ende richtig schwer. Deshalb bin ich froh, weiter im Gelben Trikot zu fahren", sagte Gerdemann.

Fluchtgruppe gestellt

De la Fuente vom Saunier-Nachfolgeteam Scott setzte sich nach 182,6 Kilometern mit einer Attacke 200 Meter vor dem Ziel durch und verwies den Italiener Pietro Caucchioli auf Platz zwei.

Dritter wurde Gerdemanns Teamkollege Thomas Lövkvist aus Schweden. Die einzige ernsthafte Fluchtgruppe um Gerolsteiner-Fahrer Bernhard Kohl (Österreich) war fünf Kilometer vor dem Ziel gestellt worden. "Das ganze Team hat hervorragend gekämpft und damit alle Ausreißer zurückgeholt. Das war ein schweres Stück Arbeit", meinte Gerdemann.

"Ein richtiger Drecksberg"

In der Gesamtwertung führt der 25-Jährige weiterhin mit 17 Sekunden Vorsprung vor Lövkvist. Dritter ist 20 Sekunden zurück der Slowene Janez Brajkovic vom Astana-Rennstall.

Zweitbester Deutscher bleibt der Kaarster Markus Fothen als Elfter (2:06 Minuten zurück). Der Gerolsteiner-Fahrer hatte am Hesselberg wie die meisten anderen Fahrer ein paar Sekunden verloren und war im Ziel völlig ausgepowert.

"Das war ein richtiger Drecksberg. Ich hätte nicht gedacht, dass der kurze Anstieg so hart wird", sagte Fothen.

Alleingang sorgt für Vorentscheidung

Am Samstag hatte sich Gerdemann mit seinem Sieg auf der Königsetappe zum Top-Favoriten auf den Gewinn der Deutschland-Tour aufgeschwungen.

Der Wahl-Schweizer hatte sich bei der schweren Bergankunft im österreichischen Hochfügen nach einem 13 Kilometer langen Alleingang am Schlussanstieg durchgesetzt und das Gelbe Trikot des Spitzenreiters übernommen. Im Kampf um den Gesamtsieg könnte der gebürtige Münsteraner damit schon für eine Vorentscheidung gesorgt haben.

"Das war ein Sieg des Willens. Nach meiner langen Verletzung im Frühjahr konnte man nicht damit rechnen", sagte Gerdemann, der bei einem Sturz auf der Fernfahrt Tirreno-Adriatico im März einen doppelten Beinbruch erlitten hatte.

Berg- und Talfahrt

Die dritte Etappe führt am Montag über 214,9 Kilometer vom mittelfränkischen Herrieden nach Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis. Das wellige Teilstück weist eine Bergwertung der dritten Kategorie sowie einen Kategorie-1-Anstieg am 530 Meter hohen Königsstuhl auf.

Vom höchsten Punkt geht es allerdings noch einmal 23,3 Kilometer bergab ins Tagesziel. Die 32. Deutschland-Tour endet nach insgesamt 1408,5 Kilometer am kommenden Samstag in Bremen, wo ein 34 Kilometer langes Einzelzeitfahren den Abschluss des Rennens bildet.

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