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Lance Armstrong gewann die Tour de France sieben Mal in Folge © imago

Mit Platz zwölf beim Giro setzt Armstrong ein Zeichen Richtung Tour. Allerdings bereitet ihm die Zukunft seines Rennstalls Sorgen.

Rom - Den schnellsten Giro d'Italia aller Zeiten beendete Lance Armstrong auf einem respektablen zwölften Platz, der Poker um die Zukunft seines Astana-Radrennstalls wird derweil zur Hängepartie.

"Die finanziellen Probleme sind noch nicht gelöst. Zudem verlangt die UCI weitere Garantien für den Rest des Jahres", sagte Teamchef Johan Bruyneel nach einem Gespräch mit Weltverbands-Präsident Pat McQuaid.

Die Verhandlungen zwischen McQuaid und den Astana-Managern verliefen zunächst ergebnislos. Der Ire hatte dem Kasachen ein Ultimatum bis Ende Mai gesetzt, um die ausstehenden Gehälter für die Fahrer zu zahlen, ansonsten droht dem Rennstall der Lizenzentzug.

Bruyneel hoffe nun auf eine Entscheidung in den kommenden Tagen.

Neues Team als Notlösung

Sollten die Manager ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, liegt Plan B schon in der Schublade. Bruyneel würde mit Hilfe seines Freundes Armstrong ein neues Team gründen und die Astana-Lizenz übernehmen.

Armstrong, der Giro-Sechste Levi Leipheimer sowie der frühere Tour-Sieger Alberto Contador wären die Eckpfeiler des neuen Rennstalls, der dann unter neuem Namen bei der Tour de France antritt.

Armstrong als Zugpferd

Der Name Armstrong sollte Bruyneel auf der Suche nach Sponsoren trotz der weltweiten Wirtschaftskrise die Türen öffnen, zumal sich sein prominentester Fahrer in der letzten Woche des 92. Giro deutlich verbessert zeigte und Hoffnungen auf eine erfolgreiche Tour weckte.

"Ich wurde in der zweiten Hälfte immer besser. Es wird harte Arbeit, aber vielleicht sind wir im Juli ganz vorn", sagte Armstrong. Im Endklassement hatte er 15:59 Minuten Rückstand auf Rundfahrt-Sieger Dennis Mentschow (Russland/Rabobank). (Mentschow triumphiert trotz Sturz)

Keine Siegchance für den Tourminator

Dass er beim Giro, der erstmals mit einem Stundenmittel von über 40 km/h gefahren wurde, keine Chance auf den Sieg haben würde, war Armstrong nach seinem Ende März erlittenen Schlüssbeinbruch ohnehin klar. (DATENCENTER: Giro-Ergebnisse)

"Ich habe vielleicht ein paar Fans und Journalisten enttäuscht, die erwartet haben, dass ich sofort wieder große Rennen gewinne. Doch das ist verrückt", sagte Armstrong. Er sei fast 38 Jahre alt und bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden.

Wenig Risiko beim Zeitfahren

Armstrong hatte zwar auf einen Etappensieg in Italien gehofft, doch auch beim verregneten Abschluss-Zeitfahren über das Kopfsteinpflaster Roms riskierte er nichts mehr.

Die Erinnerungen an den Sturz im März sind noch zu präsent, beim Giro kam der siebenmalige Tour-Sieger ebenfalls einmal zu Fall - zu seinem Glück nicht auf die lädierte rechte Schulter.

Vorbereitung in Colorado

Der von den Strapazen der dreiwöchigen Rundfahrt sichtlich gezeichnete Armstrong flog nach der letzten Etappe zurück in die USA. In den Bergen Colorados will er sich zusammen mit Kumpel Leipheimer den Feinschliff für die Frankreich-Rundfahrt holen.

Am 4. Juli schlägt dann beim Tour-Auftakt in Monaco - in welchem Trikot auch immer - die Stunde der Wahrheit.

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