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Milram entließ Igor Astarloa im Mai 2008 wegen auffälliger Blutwerte © imago

Igor Astarloa gehört wie ein Ex-Gerolsteiner-Fahrer zum Quintett, gegen das die UCI vorgeht. Weitere Fälle sind zu erwarten.

Aigle - Mehr als ein Jahr nach der Einführung des Blutpasses leitet der Weltverband UCI erstmals auf Grundlage von Werten in dem Papier Doping-Verfahren gegen fünf Radprofis ein.

Anne Gripper, Anti-Doping-Managerin der UCI, erklärte am Mittwochabend, darüber hinaus seien in nächster Zeit weitere Fälle zu erwarten.

Wie die UCI mitteilte, handelt es sich bei den Fahrern um den Ex-Weltmeister und früheren Milram-Profi Igor Astarloa, Ruben Lobato, Ricardo Serrano (alle Spanien), den früheren Gerolsteiner-Profi Francesco De Bonis und Pietro Caucchioli (beide Italien). (Zittern vor neuen Doping-Skandalen)

Damit droht erstmals Sportlern eine Dopingsperre, die durch derartige langfristige Aufzeichnungen überführt wurden.

Lobato momentan arbeitslos

Durch welche Werte die Fahrer genau auffällig geworden sind, teilte der Verband nicht mit. "Wir können aufgrund unserer eigenen und den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur derzeit keine weiteren Informationen geben", hieß es in der Pressemeldung.

Während Astarloa und De Bonis bei zweitklassigen Rennställen fahren und Lobato momentan ohne Arbeitgeber ist, mischen Caucchioli und Serrano noch immer in der obersten Radsport-Liga, der ProTour, mit.

Caucchioli fährt für das Team Lampre um Weltmeister Alessandro Ballan. Serrano tritt für Fuji in die Pedale, dem Nachfolger des letztjährigen Skandal-Teams Saunier-Duval. Der Spanier gewann in diesem Jahr eine Etappe bei der Tour de Romandie.

Schwierige juristische Situation

Die UCI unterstrich, dass die nun eingeleiteten Maßnahmen aufgrund von Empfehlungen unabhängiger Experten durchgeführt werden.

In den vergangenen Monaten hatte UCI-Chef Pat McQuaid immer wieder Verfahren angekündigt, jedoch auch auf eine schwierige juristische Situation hingewiesen.

Etwa 840 Fahrer haben den Blutpass und nehmen an dem Programm der UCI teil, das seit Januar 2008 läuft.

Keine garantierte Sauberkeit

Allerdings wies der überführte und geständige Dopingsünder Bernhard Kohl erst kürzlich daraufhin, dass der Blutpass keinen sauberen Radsportler garantiert.

"Meine Blutwerte waren 1A. Nur darum habe ich so einen guten Vertrag bekommen", hatte der Österreicher erklärt.

Sein Kontrakt mit dem belgischen Team Lotto wurde jedoch nach seinem positiven Test auf den Epo-Nachfolger Cera im Oktober 2008 wieder gelöst.

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