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Gerald Ciolek fährt seit 2007 für das Team Columbia © imago

Der Columbia-Sprinter düpiert die gesamte Kletterelite. Linus Gerdemann wehrt alle Attacken auf sein Gelbes Trikot ab.

Winterberg - Das Columbia-Team hat die Deutschland-Tour weiterhin fest im Griff.

Bei der letzten Bergankunft der diesjährigen Rundfahrt siegte Sprinter Gerald Ciolek an der Bobbahn von Winterberg völlig überraschend, während Linus Gerdemann auf der mit 218,4 km längsten Etappe Platz elf zur erfolgreichen Verteidigung der Führung in der Gesamtwertung reichte.

"Es war sehr, sehr schwer durch das Wetter. Ich hatte Angst, mir schlafen die Beine ein, mir war einfach nur kalt. Jetzt kommt nur noch das schwere Zeitfahren", sagte Gerdemann zu seinem "knüppelharten Tag".

Gesamtsieg in greifbarer Nähe

Der größte Erfolg seiner Karriere dürfte dem Tour-Etappensieger wohl nur noch beim abschließenden Kampf gegen die Uhr am Samstag in Bremen zu nehmen sein.

Ciolek attackierte am bis zu zwölf Prozent steilen Schlussanstieg etwa 200 Meter vor dem Ziel und düpierte die gesamte Kletterelite.

"Solche Anstiege liegen mir. Ich musste es auf den letzten Metern nur noch zu Ende bringen", sagte der Sprinter.

Mehr als zehn Aussteiger

Für den früheren U23-Weltmeister war es bereits der vierte Etappensieg bei der Deutschland-Tour, nachdem der Pulheimer bereits im Vorjahr dreimal auf dem obersten Treppchen gestanden hatte.

Einen Tag zuvor hatte er noch den Sprintsieg seines Teamkollegen Andre Greipel (Rostock) mustergültig vorbereitet.

Platz zwei holte der Schweizer Scott-Profi Rubens Bertogliati vor dem Italiener Leonardo Bertagnolli.

Über zehn Fahrer hatten den Strapazen des Rennens bei strömendem Regen und Temperaturen von knapp über zehn Grad zuvor Tribut zollen müssen und die Rundfahrt aufgegeben.

17 Sekunden Vorsprung für Gerdemann

Gerdemann und seine ärgsten Verfolger Thomas Lövkvist aus Schweden sowie der Slowene Janez Brajkovic (Astana) hatten auf dem Schlussanstieg keine Mühe.

In der Gesamtwertung liegt der Münsteraner weiterhin 17 Sekunden vor seinem Teamkollegen Lövkvist, Dritter ist 20 Sekunden zurück Brajkovic.

Columbia kontrolliert

Die Fahrt durch Rothaargebirge und Hochsauerland wurde lange von einer sechsköpfige Spitzengruppe bestimmt, die sich zehn Kilometer nach dem Start abgesetzt hatte.

Im Peloton machte niemand ernsthafte Verfolungsversuche.

Columbia kontrollierte das Feld und hielt den Rückstand stets bei etwa vier Minuten.

Ausreißversuche scheitern

Der Schwede Gustav Larsson löste sich aus der Gruppe, wurde jedoch 20 Kilometer vor dem Ziel als letzter Flüchtling gestellt.

Anschließend versuchten es Milram-Profi Peter Velits und der Finne Kjell Carlström.

Doch 1500 Meter vor dem Zielstrich war auch diese Flucht beendet.

Etappe in Cioleks Heimat?

Am Donnerstag dürfte nach den welligen, aber am Ende flachen 188,8 km von Schmallenberg nach Neuss der zweite Massensprint der diesjährigen D-Tour anstehen.

Neben dem ersten Sprint-Sieger Greipel macht sich vor allem Ciolek unweit seiner Heimatstadt Pulheim Hoffnung auf einen weiteren Etappensieg.

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