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Andre Greipel gewann bei der Bayern-Rundfahrt 2009 drei Etappen und das Blaue Trikot © getty

Bei der DM in Cottbus läuft alles auf ein Sprint-Spektakel hinaus. Milrams Sportchef sieht sein Team zu Unrecht im Fokus.

Cottbus - Sprint-Spektakel statt Flucht-Festival: Wenn am Sonntag in Cottbus der Startschuss zur deutschen Straßenrad-Meisterschaft fällt, hat Fabian Wegmann beim letzten Kräftemessen vor der 96. Tour de France wohl nur geringe Chancen auf den Titel-Hattrick.

Vielmehr werden die schnellen Männer Andre Greipel, Gerald Ciolek und Heinrich Haussler das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring auf dem flachen Kurs in der Lausitz wohl unter sich ausfahren.

"Alle werden auf uns gucken und versuchen uns ein Bein zu stellen", sagt Christian Henn.

Der Sportliche Leiter des Milram-Teams gibt die Favoritenrolle jedoch weiter: "In der sehe ich Andre Greipel aufgrund seiner starken Ergebnisse in den letzten Wochen."

"Ich möchte vorne mitmischen"

Der Gelobte scheut aber vor großen Ankündigungen zurück. "Das ist schon ein sehr elegantes Trikot. Aber die Form muss auf jeden Fall stimmen" sagt Greipel. Der Columbia-Profi hat zwar schon neun Saisonsiege auf dem Konto, gibt aber zu bedenken, dass er und seine vier Columbia-Fahrer gegen 17 Milram-Profis eigentlich chancenlos seien. (Milram kämpft gegen das Verfallsdatum)

Greipel hofft, dass Milram das Feld nicht über die gesamten 240 Kilometer kontrollieren kann. Insgeheim liebäugelt er mit einer kleinen Gruppe, die sich am Ende das Sprintfinale liefert.

Dieses Szenario käme auch Milram-Sprinter Gerald Ciolek nicht ungelegen. Der junge Kölner düpierte 2005 die gesamte Sprintelite um Erik Zabel und sicherte sich sensationell sein ersten Titel.

"Ich möchte natürlich vorn mitmischen und nach Möglichkeit gewinnen. Damals habe ich mich über den flachen Kurs gefreut, dieses Mal hätte es ruhig ein wenig schwerer sein können", meint Ciolek. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

Haussler träumt von "Heimsieg"

Titelverteidiger Wegmann, der in Wiesbaden und Bochum auf ungleich schwererem Terrain zweimal in Folge triumphiert hatte, agiert in Cottbus wohl nur als Helfer.

"Die Strecke ist absolut flach. Das ist nicht mein Ding", sagt der Klassiker-Spezialist. Wichtig sei aber, dass das Trikot im Team bleibe.

Dafür wird sich auch Kapitän Linus Gerdemann Cioleks Ambitionen unterordnen. Von einem ganz besonderen Heimsieg träumt derweil Heinrich Haussler. (UCI-Blutpass nur ein stumpfes Werkzeug?)

Das "Racing Kangaroo" ist der Shootingstar der Saison, holte bei Mailand-San Remo und der Flandern-Rundfahrt Platz zwei. Als er im Alter von 15 Jahren aus Australien nach Deutschland kam, wurde Cottbus zu seiner zweiten Heimat.

Worrack will auftrumpfen

Zudem werden es Hausslers letzte Meisterschaften in Deutschland sein. Der mit vier Saisonsiegen dekorierte Cervelo-Profi will vom kommenden Jahr an wieder für sein Geburtsland Australien starten.

In Cottbus soll ihm sein Mini-Team mit Andreas Klier (München) und Lokalmatador Martin Reimer den Sprint für ein perfektes Abschiedsgeschenk vorbereiten.

Da selbst kleinere Teams wie LKT Brandenburg und Nutrixxion großes Interesse an einer Sprintankunft haben, dürfte der Ausreißer-König Jens Voigt wohl auch in diesem ohne Chance sein. Der Berliner muss bis zum nächsten Jahr hoffen, sich das Meistertrikot endlich einmal anzuziehen. Der unter Dopingverdacht stehende Andreas Klöden verzichtet auf einen Start.

Bei den Frauen will Trixi Worrack auftrumpfen. Die Cottbuserin von der Equipe Nürnberger gilt auf ihrer Heimatstrecke als Favoritin. Doch Titelverteidigerin Luise Keller (Cottbus) und ihre Columbia-Teamkollegin Judith Arndt (Leipzig) werden Worrack das Rennen sicherlich nicht kampflos überlassen.

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