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Jens Voigt gewann im letzten Jahr die Deutschland-Tour © imago

Im Zielsprint wird der Titelverteidiger zusammen mit zwei weiteren Deutschen noch überspurtet. Gerdemann lässt es ruhig angehen.

Georgsmarienhütte - In der Gesamtwertung war er schon längst geschlagen, auf der vorletzten Etappe hat Titelverteidiger Jens Voigt auch noch sein Happy End verpasst.

Der Ausreißer-König fuhr auf der siebten Etappe der Deutschland-Tour im Sprint einer elfköpfigen Fluchtgruppe nur auf Platz sechs und verpasste damit wohl die letzte Chance auf einen Tagessieg.

Dagegen triumphierte der Franzose Stephane Auge, während Linus Gerdemann sein Gelbes Trikot sicher verteidigte.

"Ich wollte zeigen, dass ich hier nicht nur Trostpreise abräumen kann. Doch man hat gesehen, dass ich nur noch bei 70 oder 80 Prozent bin", sagte Voigt, der sich nach der Zieldurchfahrt völlig erschöpft an einer Eisdiele in einen Plastikstuhl fallen ließ.

"Tour-Pechvogel" Voigt

Am Vortag hatte er die erfolgreiche Fluchtgruppe noch verpasst und war daraufhin mit dem Tour-Pechvogel "ausgezeichnet" worden.

Voigt hatte den Sprint 300 Meter vor dem Ziel lanciert, wurde dann aber schnell von Auge überholt. Rang zwei holte Auges Landsmann Thierry Hupond vor dem Italiener Mauro Da Dalto.

"Das Finale war recht knackig. Ich wusste, dass man die Ziellinie spät sieht, und bin deshalb von vorn gefahren. Leider hat es nicht gereicht", meinte Voigt.

Geldstrafe wegen Kuhflecken-Trikot

Bester Deutscher wurde Gerolsteiner-Profi Johannes Fröhlinger aus Freiburg als Vierter, auch noch vor Voigt landete Milram-Fahrer Christian Knees auf Platz fünf.

"Für mich lief fast alles nach Plan. Am Ende musste ich eine Lücke zufahren. Das hat die Kraft gekostet, die mir am Ende gefehlt hat", sagte Knees.

Der Bonner verdarb seinem Team zudem einen PR-Coup. Als einziger Fahrer des Milram-Rennstalls fuhr er nicht im neuen Kuhflecken-Trikot, sondern wechselte kurz vor dem Start aufgrund einer Ermahnung des Weltverbandes UCI zurück in die normale Kluft.

Den anderen Fahrern des Bremer Teams droht dagegen eine Geldstrafe von der UCI.

Zeitfahren bringt Entscheidung

Spitzenreiter Gerdemann verbrachte unterdessen einen ruhigen Tag im Hauptfeld, da keiner der Ausreißer ihn ernsthaft gefährdete. Von seinem zweitplatzierten Teamkollegen Thomas Lövkvist trennen ihn 17 Sekunden, Janez Brajkovic (Slowenien/Astana) hat als Dritter 20 Sekunden Rückstand.

Das Spitzentrio wird den Gesamtsieg am Samstag im 34 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr wohl unter sich ausmachen. Favorit auf dem völlig flachen Parcours ist Gerdemann, der schon beim Prolog einige Sekunden vor seinen beiden Widersachern lag und sich das Gelbe Trikot wohl kaum noch nehmen lassen wird.

Musiol im Bergtrikot

Während Lövkvist sowohl das Punktetrikot als auch das des besten Jungprofis noch verlieren kann, hat Daniel Musiol das Bergtrikot bereits sicher. Der Cottbuser vom Volksbank-Rennstall verteidigte das gepunktete Leibchen auch bei den zwei Bergwertungen auf dem Weg nach Niedersachsen erfolgreich.

Etwa 30 Kilometer nach dem Start in Neuss hatte sich eine elfköpfige Spitzengruppe gebildet. Die Ausreißer um den zweimaligen D-Tour-Sieger Voigt, Fröhlinger sowie Knees fuhren einen maximalen Vorsprung von fünf Minuten heraus. Wie schon am Vortag reagierte das Feld zu spät und konnte die Flüchtlinge nicht mehr stellen.

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