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Alexander Winokurow wurde während der Tour 2007 des Dopings überführt © getty

Aggressive Kampfansage von Alexander Winokurow: Der Kasache will nach seiner Dopingsperre unbedingt zu Astana zurückkehren.

Monte Carlo - Angriffslustig wie früher auf dem Rennrad und mit einer klaren Ansage an den Armstrong-Clan hat sich Dopingsünder Alexander Winokurow auf der großen Radsport-Bühne zurückgemeldet.

Zwei Tage vor dem Tourstart in Monaco (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine) präsentierte der 35-Jährige seine Comeback-Pläne und forderte zugleich seinen Ausnahmestatus im Astana-Team zurück.

"Ich werde am 24. Juli zurückkehren, und ich sehe mich nirgendwo anders als bei Astana. Dieses Team wurde 2006 zusammen mit dem kasachischen Radsport-Verband gegründet. Das ist unser Baby", sagte Winokurow.

"Team für mich geschaffen"

Große Hindernisse bei seiner Rückkehr zu Astana sieht der frühere T-Mobile-Star nicht, auch nicht durch Armstrong oder Teamchef Johan Bruyneel. "Ich wüsste nicht, was eine Zusammenarbeit verhindern könnte. Kommt es zu keiner Einigung, dann muss Johan das Team halt verlassen. Dieses Team wurde für mich geschaffen", sagte Winokurow.

Damit dürfte ein Abschied von Bruyneel und Armstrong unausweichlich sein (Armstrong darf - Boonen muss warten).

Das Erfolgsduo, das gemeinsam siebenmal die Tour gewann, hat ohnehin schon Pläne für ein eigenes Team in der Schublade. Zudem hatte es in der laufenden Saison immer wieder Schwierigkeiten mit den kasachischen Sponsoren gegeben.

Mit Fremdblut gedopt

Erst als der Radsport-Weltverband (UCI) mit einem Lizenzentzug gedroht hatte, wurden schließlich die ausstehenden Gehälter gezahlt.

Die Omnipräsenz von Armstrong war den Kasachen immer ein Dorn im Auge. Da kommt den Geldgebern die Rückkehr von Volksheld Winokurow gerade recht. Die Sperre des Olympia-Zweiten von 2000 läuft am 24. Juli dieses Jahres aus. Winokurow war bei der Tour 2007 nach Fremdblut-Doping erwischt worden ("Man sieht am Tritt, wer was gemacht hat") .

Start bei der Spanien-Rundfahrt

Daraufhin sperrte der kasachische Verband den Tour-Dritten von 2003, der sowieso seinen Rücktritt erklärt hatte ("Schlag die Tür zu und geh"), nur für ein Jahr. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte nach einem Einspruch des Weltverbandes UCI die Sperre auf das übliche Maß von zwei Jahren ausgedehnt.

Winokurow will noch in diesem Jahr wieder Rennen fahren, schon bei der Spanien-Rundfahrt (29. August bis 20. September) will der frühere Paris-Nizza-Sieger wieder an den Start gehen. Auch eine Teilnahme bei der WM in Mendrisio (23. bis 27. September) hat er fest eingeplant.

Markige Sprüche

"Ich will noch zwei Jahre Rennen fahren", sagte Winokurow und setzte mit markigen Sprüchen seine One-Man-Show fort: "Ich mache das Comeback für das kasachische Volk und für meine Familie. Außerdem will ich mein Image zurück, das ich vor der Sperre hatte."

Auch bei der Frankreich-Rundfahrt wolle er nochmal starten: "Ich will wieder die Tour de France fahren und das Gelbe Trikot tragen. Ich bin aber realistisch. Ich weiß, dass ich sie nicht mehr gewinnen kann."

Dass Tourchef Christian Prudhomme von den Comeback-Pläne so angetan ist, dürfte allerdings fraglich sein. Im letzten Jahr war das Team nach den Skandalen von 2007 erst gar nicht zur Rundfahrt eingeladen worden (Tour-Sieger ein Betrüger).

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