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Tom Boonen gewann in diesem Jahr die Katar-Rundfahrt zum dritten Mal © getty

Das Sportgericht des französischen Olympia-Komitees gibt dem Belgier Recht. Sein Manager spricht von Diskriminierung.

Monte Carlo - Sieg auf der ganzen Linie für Tom Boonen, herbe Schlappe für den Tour-Veranstalter: Der belgische Rad-Star darf bei der 96. Frankreich-Rundfahrt (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine) starten.

Das entschied das Sportgericht des französischen Olympia-Komitees (CNOSF) 24 Stunden vor dem Start der ersten Etappe (ab 15.45 Uhr LIVE). Der Tour-Veranstalter ASO hatte Boonen den Start nach einem positiven Kokaintest verweigert.

"Es waren drei Monate voller Stress. Es wird jetzt schwierig, sich auf das Rennen zu konzentrieren, aber ich bin nicht auf Rache aus", sagte Boonen während einer Pressekonferenz in Monte Carlo.

Sein Anwalt Jean-Louis Dupont sagte, es wäre offensichtlich, dass Boonen von der ASO diskriminiert worden war. Die Entscheidung des CNOSF-Gerichts ist endgültig, die ASO nahm sie zur Kenntnis: `Wir hoffen, dass Boonen sich während der Tour vorbildlich verhalten wird."

Boonen nicht willkommen

Boonen steht trotz der für ihn frohen Kunde ein schwerer Gang bevor.

"Ich weiß, dass ich nicht willkommen sein werde. Aber ich muss diese negativen Kräfte in Stärke umwandeln und diese wird mir gute Resultate ermöglichen", hatte der in Belgien als Volksheld verehrte Sprinter bereits vor dem Urteil gesagt.

Im April war Boonen wenige Tage nach seinem Sieg beim Klassiker Paris-Roubaix zum dritten Mal positiv auf Kokain getestet worden.

Keine Kompromisse

Allerdings resultierte der Befund erneut aus einer Trainingskontrolle, womit der 28-Jährige sportrechtlich nicht zu belangen war. Der Weltverband UCI kündigte zwar Nachforschungen an, blieb aber bis zum Tourstart (124560Die Favoriten der Tour) tatenlos.

Die ASO hatte jedoch prompt auf die Nachricht reagiert und Boonen den Start bei der Grande Boucle untersagt.

Auf einen Kompromiss wollte sich der mächtige Tour-Veranstalter nicht einlassen, alle Gespräch mit dem Quick-Step-Rennstall verliefen ergebnislos.

Entscheidung vertagt

Doch Boonen wollte keinen Rückzieher machen, nachdem er die Tour bereits im vergangenen Jahr wegen des gleichen Vergehens vor dem Fernseher hatte verfolgen müssen.

Seine Anwälte entschieden sich zunächst für den Gang vor ein Zivilgericht in Nantes, das sich jedoch für nicht zuständig erklärte.

Obwohl das CNOSF-Gericht angerufen wurde, war bis zuletzt fraglich, ob die Entscheidung (Die Tour-Regeln: Wer, Wie, Was, Warum?) rechtzeitig vor Beginn der Tour fallen würde.

Nach einer Anhörung am Donnerstag hatte das Gericht die Entscheidung nicht wie erwartet gleich getroffen, sondern weiter vertagt.

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