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Linus Gerdemann landete beim abschießenden Zeitfahren auf Rang vier © getty

Platz vier im abschließenden Zeitfahren genügt Linus Gerdemann um seinen Triumph bei der Deutschland-Tour perfekt zu machen.

Bremen - Linus Gerdemann hat mit dem Gewinn der Deutschland-Tour seinen bislang größten Karriere-Erfolg gefeiert.

Dem 25 Jahre alten Columbia-Kapitän genügte im abschließenden Zeitfahren in Bremen der vierte Rang, um seinen ersten großen Rundfahrtsieg einzufahren.

Der letzte Etappensieg ging an Gerdemanns Teamkollegen Tony Martin (Cottbus), der auf dem 34 km langen Kurs in der Hansestadt den insgesamt vierten Tageserfolg für Columbia perfekt machte.

"Total erleichtert"

"Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ich war die ganze Woche unheimlich angespannt, weil ich sehr konzentriert war und keinen Fehler machen wollte. Aber jetzt bin ich total erleichtert", sagte Gerdemann, der beim Abschluss des neuntägigen Rennens 52 Sekunden Vorsprung vor seinem zweitplatzierten Teamkollegen Thomas Lövkvist (Schweden) behauptete.

Gesamtdritter wurde der Slowene Janez Brajkovic vom Astana-Team.

Den Grundstein für seinen Erfolg hatte Gerdemann mit dem Gewinn der Königsetappe am Samstag vor einer Woche im österreichischen Hochfügen gelegt.

"Vom sportlichen Stellenwert ist dies mein größter Erfolg", meinte der letztjährige Tour-de-France-Etappensieger.

Tony Martin ganz vorne

Im abschließenden Kampf gegen die Uhr setzte sich unterdessen der 23-jährige Martin mit 34 Sekunden Vorsprung vor seinem zweitplatzierten Teamkollegen Bert Grabsch (Wittenberg) und dem schwedischen Olympia-Zweiten Gustav Erik Larsson (48 Sekunden zurück) durch.

Als Vierter hatte Gerdemann 1:17 Minuten Rückstand auf den Tagessieger.Martin, der mehr als eine Stunde vor Gerdemann im strömenden Regen ins Rennen gegagen war, musste lange zittern, ehe sein Erfolg feststand.

"Das ist ganz klar mein bislang größter Erfolg - und das schon im ersten Profijahr. Ich bin sehr glücklich", sagte der Cottbuser, der zunächst mit den widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen hatte: "Nach dem Start war meine Stimmung durch den starken Regen erstmal gedrückt, aber als ich die Zwischenzeiten hörte, habe ich gemerkt, dass doch etwas geht."

Jens Voigt abgeschlagen

Dagegen konnte der zweimalige Gesamtsieger Jens Voigt auch in seiner Parade-Disziplin Zeitfahren keine vordere Platzierung erringen.

Der 36 Jahre alte Berliner landete im Gesamtklassement mit mehr als einer halben Stunde Rückstand abgeschlagen im Feld.

"Es ist natürlich nicht schön, wenn man mit der Startnummer eins so weit hinterherfährt. Aber ich habe von vornherein gesagt, dass meine Vorbereitung auf dieses Rennen nicht optimal war", sagte der CSC-Fahrer, der in diesem Jahr schon den Giro d'Italia und die Tour de France bestritt.

Dritter Erfolg in drei Wochen

Gerdemann hatte auf der Königsetappe vor einer Woche bei der schweren Bergankunft im Zillertal die gesamte Konkurrenz distanziert und das Gelbe Trikot danach nicht mehr abgegeben.

Nach seinen Siegen bei der Tour de l'Ain in den französischen Alpen und dem Eintagesrennen Coppa Agostini in Italien ist der Gewinn der Deutschland-Tour für ihn bereits der dritte Erfolg innerhalb von drei Wochen.

Die Tour de France, bei der er im vergangenen Jahr die Bergetappe in Le Grand-Bornand gewann, hatte Gerdemann in diesem Jahr verletzungsbedingt verpasst.

Sturz mit doppeltem Beinbruch

Im Frühjahr hatte er sich bei einem Sturz in der Fernfahrt Tirreno-Adriatico einen doppelten Beinbruch sowie einen Bänderanriss im Knie zugezogen und mehrere Monate pausieren müssen.

"Nach dem bitteren Start in die Saison bin ich umso glücklicher, dass die letzten Wochen so gut gelaufen sind", erklärte der strahlende Sieger.

Riesiges Pech hatte in Bremen indes der Ungar Laszlo Bodrogi. Der Zeitfahrspezialist vom Team Credit Agricole rutschte auf der nassen Straße aus und wurde nach seinem Sturz sofort ins Krankenhaus gebracht. Nach einer ersten Diagnose erlitt der 31-Jährige einen Unterschenkelbruch.

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