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Andreas Klöden war 2004 und 2006 Zweiter der Tour de France © imago

Mit einem starken Zeitfahren ist Andreas Klöden in die Tour gestartet. Das Thema Doping schwebt über der Leistung des Astana-Profis.

Monte Carlo - Fast allen Favoriten raste Andreas Klöden zum Auftakt der 96. Tour de France davon, doch dem Schatten seiner von Dopinggerüchten geprägten Vergangenheit entkam er nicht. 124560(DIASHOW: Die Favoriten der Tour)

Der 34-Jährige fuhr in den engen Häuserschluchten von Monte Carlo überraschend auf Platz vier. (DATENCENTER: Ergebnis der 1. Etappe)

Allerdings verkörpert Klöden wie kein anderer aktiver Fahrer die alte Generation des deutschen Radsports.

Sein Name wird stets mit den dopingverseuchten Rennställen Telekom und T-Mobile in Verbindung stehen.

"Gebe alles für Contador"

Fragen zu seiner Vergangenheit will der Wahl-Schweizer nicht hören.

Der Tour-Zweite von 2004 und 2006 redet ohnehin lieber mit ausländischen Pressevertretern, dort muss er nur zu sportlichen Dingen Rede und Antwort stehen.

"Es lief sehr gut, ich hatte gute Beine. Aber Alberto Contador ist unser Kapitän. Ich werde alles dafür geben, dass er gewinnt", sagte Klöden.

Keine kritischen Fragen

Nach seinem starken Auftritt und der zwischenzeitlichen Bestzeit trat Klöden weiter in die Pedale.

Stur fuhr er an allen Kameras vorbei, umkurvte im Zick-Zack-Kurs die zahlreichen Fans und machte erst am Teambus halt.

Da war nur noch der Chaperon, der "Anstandswauwau" der Dopingkontrolleure, an seiner Seite.

Der junge Mann sprintete hinter Klöden her, als ginge es um sein Leben. Er ließ sich nicht abschütteln.

Schwer belastet vom Ex-Kollegen

Ähnlich geht es Klöden mit den Dopinggerüchten um seine Person.

Für die Expertenkommission der Freiburger Uniklinik ist klar, dass der gebürtige Sachse zumindest an 2. Juli 2006 zum Blutdoping in den Breisgau gekommen ist.

Dabei stützt sie sich auf die Aussagen von Patrik Sinkewitz, der mit Klöden und Matthias Kessler an jenem Vorabend des Tour-Starts in Straßburg von seiner Freundin nach Freiburg gefahren wurde.

Aussage gegen Aussage

Durch den Abschlussbericht stand zwischenzeitlich Klödens Tour-Teilnahme in diesem Jahr infrage.

Doch sein Rennstall sah von Sanktionen ab und verwies auf die Unschulds-Vermutung.

Es stehe Aussage gegen Aussage. Auch der Weltverband UCI teilte mit, gegen Klöden nichts in der Hand zu haben.

Gerdemann hält sich zurück

Die neue deutsche Generation um Linus Gerdemann äußert sich eher vorsichtig, wenn es um Klöden und dessen Start bei der Tour geht.

"Dazu kann ich nichts sagen. Man muss einfach anerkennen, dass er stärker war", sagte Gerdemann.

Der Milram-Fahrer lag als 19:41 Sekunden hinter Klöden.

Voigt und O'Grady setzen auf "Klödi"

Für Ausreißerkönig Jens Voigt kommt Klödens Leistung nicht überraschend.

"Er ist eine sehr gute Tour de Suisse gefahren und ist bei der Tour traditionell immer gut", sagte der 37-Saxo-Bank-Profi.

Sein australischer Teamkollege Stuart O'Grady tippte Klöden laut Voigt gar als Toursieger: "Für ihn ist er das dark horse, der Außenseiter."

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