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Tony Martin gewann eine Etappe und das Bergtrikot bei der Tour de Suisse © getty

Tony Martin macht mit einem sehr guten Tour-Debüt auf sich aufmerksam. Der 24 Jahre alte Columbia-Fahrer setzt sich hohe Ziele.

Marseille - Vor fast genau 20 Jahren flüchtete Tony Martin aus der DDR, heute fährt er auf dem Rad sogar Lance Armstrong davon.

Der 24-Jährige raste im schweren Zeitfahren zum Auftakt der Tour de France in Monte Carlo auf einen beachtlichen achten Platz und war sieben Sekunden schneller als der siebenmalige Sieger der Frankreich-Rundfahrt. (DATENCENTER: Ergebnis der 1. Etappe)

Im spektakulären Finish der dritten Etappe, bei dem das gesamte Columbia-Team den starken Gegenwind ausnutzte und ausriss, fuhr Martin sogar noch auf Platz zwei der Gesamtwertung und schlüpfte ins Weiße Trikot.

Für Martin erfüllte sich ein Traum: "Ich will das Weiße Trikot einmal tragen, und wenn ich es habe, solange wie möglich verteidigen."

Ambitionen aufs Bergtrikot

Beinahe hätte sich Martin zu Beginn der Tour auch schon das Bergtrikot übergestreift.

Doch zunächst knackte Alberto Contador am Samstag als drittletzte Starter beim Einzelzeitfahren Martins Bestzeit an der Bergwertung. 124560(DIASHOW: Die Favoriten der Tour)

Am Sonntag startete Martin kurz vor der ersten Bergwertung einen Angriff, sicherte sich die fünf Punkte und durfte auf das Trikot mit den roten Punkten hoffen.

Doch der Finne Jussi Veikkanen sicherte sich die übrigen drei Wertungen und liegt nun einen Punkt vor dem Polizeimeister aus Eschborn.

Großes Lob von Aldag

Martins Sportlicher Leiter Rolf Aldag ist davon überzeugt, dass sein Schützling noch häufiger für Furore sorgen wird.

"Das Bergtrikot können sie künftig bei jeder Rundfahrt schon mal auf Tonys Größe schneidern", meint Aldag, der selbst bei der Tour de France 2003 einen Tag lang das Bergtrikot tragen durfte.

Martin hatte des Trikot des besten Kletterers im Juni bei der Tour de Suisse gewonnen.

Hohes Ziel beim Teamzeitfahren

Das gepunktete Trikot ist aber nicht das Ziel Martins, dessen Eltern im Sommer 1989 mit ihm und Bruder Paul über Ungarn in den Westen flohen.

Martin will ein Mann für die Gesamtwertung sein, in diesem Jahr soll das Weiße Trikot spätestens beim Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe her.

Kampf gegen Kreuziger und Nibali

Martin solle Mann gegen Mann fahren, sagt Aldag. Die direkten Konkurrenten Roman Kreuziger, dem Martin das Weiße Trikot am Montag abnahm, und Vincenzo Nibali stets im Auge behalten und auf Attacken reagieren.

"Das sind die Leute, die in den nächsten zehn Jahren seine Hauptgegner sein werden", sagt Aldag.

Beim Teamzeitfahren am Dienstag dürften Kreuziger und Nibali mit dem Liquigas-Team gegen den starken Columbia-Zug mit Martin, Grabsch, George Hincapie und Mark Renshaw, der die Sprints für Etappenjäger Mark Cavendish anfährt, keine Chance habe, sich das begehrte Hemd zurückzuholen.

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