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Erik Zabel gewann sechsmal das Grüne Trikot bei der Tour de France © imago

Der Ex-Sprinter ist bei der Tour erstmals nicht mehr im Sattel unterwegs. Nun genießt er die Leistungen seines Nachfolgers.

La Grande-Motte - Wenn Erik Zabel am Dienstag seinen 39. Geburtstag feiert, darf er das Sektglas endlich ganz leeren.

Der Altstar begeht seinen Ehrentag wie so oft in den vergangenen 15 Jahren bei der Tour de France.

Diesmal steigt er am Tag nach der Mini-Party aber in den Teamwagen und nicht aufs Rad. (DATENCENTER: Ergebnisse und Wertungen der Tour)

"Der Unterschied wird wohl sein, dass ich den Sekt dieses Jahr selbst bezahlen muss", sagt Zabel.

"Tour immer noch das schönste Rennen"

Der gebürtige Berliner genießt es sichtlich, bei der Frankreich-Rundfahrt zu sein, ohne täglich auf dem Sattel zu sitzen. Lässig lehnt er am Teamfahrzeug, begrüßt bekannte Gesichter und lässt die typische Tour-Hektik an sich abprallen.

Anfang des Jahres holte ihn sein alter Kumpel Rolf Aldag zum Columbia-Team. Zabel soll dort seine Erfahrungen an die Sprinter weitergeben und sich um die Entwicklung und Sichtung von Talenten kümmern.

Da ist er natürlich bei der Tour unverzichtbar und selbst darüber gar nicht so unglücklich. "Ich freue mich so sehr, hier zu sein. Die Tour ist immer noch das schönste Rennen", sagt Zabel. Und Aldag, mit dem er jahrelang auf der Tour das Zimmer teilte, meint: "Sein Wort hat einfach Gewicht. Es gibt keinen Sprinter, der erfolgreicher war."

Zabels Schüler glänzt

Unter der Sonne Südfrankreichs hat auch Monsieur Zabel die Gelassenheit entdeckt. Erfolg ist nicht mehr das Maß aller Dinge, Zabel hat genug gewonnen.

Allein bei der Tour gewann Zabel zwölf Etappen und sechs Grüne Trikots. Daneben stehen zahllose Erfolge bei weiteren Rennen, von Klassikern über Rundfahrten bis hin zu kleinen Kriterien. Weit über 200 waren es, als er das Rad am 28. Januar endgültig in die Ecke stellte.

Seine Schützlinge beim T-Mobile-Nachfolger Columbia machen Zabel das Leben allerdings auch leicht. Mark Cavendish gewann am Sonntag in Brignoles gleich die erste Sprintetappe der 96. Tour und ließ am Montag in La Grande Motte den zweiten Sieg folgen. (Cavendish siegt - Armstrong revoltiert gegen Contador)

Der Brite, den Zabel in diesem Jahr mit Taktik-Tipps schon zum Sieg bei Mailand-San Remo verhalf, ist sein Lieblingsschüler. "Sein Talent, seine Muskelbildung", sagt er schwärmend: "Alle seine Fähigkeiten zusammen machen ihn einzigartig."

Das nächste Talent im Blick

Cavendish gibt das Lob zurück. "Erik war der konstanteste Fahrer seiner Generation. Mit 24 Jahren habe ich noch nicht die Erfahrung, aber wenn man meine Sprint-Fähigkeiten mit Eriks Wissen kombiniert, dann hat man das Erfolgsrezept", sagt der Bahn-Weltmeister von der Isle of Man.

Zabel geht in seinem neuen Job auf. Emsig hält er nach neuen Talenten Ausschau. Den nächsten Kandidaten hat er Gerüchten zufolge schon im Auge. Roger Kluge, Olympiazweiter im Punktefahren und DM-Dritter, soll 2010 das weiß-gelbe Columbia-Trikot tragen.

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