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Stefan Schumacher gewann bei der Tour de France 2008 die 4. und 20. Etappe © imago

Die B-Probe des Tour-Etappensiegers 2008 Stefan Schumacher bestätigt den Dopingbefund. Doch sein Anwalt schimpft aufs IOC.

Montpellier/Lausanne - Stefan Schumacher steht endgültig vor den Scherben seiner Karriere, doch der Radprofi will seinen Justiz-Marathon fortsetzen.

Auch die B-Probe der Nachkontrollen bei den Olympischen Spielen in Peking (Schumacher im finsteren CERA-Sextett) hat ein positives Ergebnis auf das Blutdopingmittel Cera ergeben.

Das bestätigte Schumachers Anwalt Michael Lehner. Doch mit juristischen Winkelzügen will das Schumacher-Lager gegen die Rechtmäßigkeit des Verfahrens ankämpfen.

Schumacher hält AFLD für befangen

Das IOC habe die Probe gegen den Willen des Sportlers geöffnet. "Das ist ein schwerwiegender Fehler des IOC. Das habe ich noch nie erlebt. Wir haben wegen fehlender Unterlagen eine Fristverlängerung beantragt", sagte Lehner: "Offenbar hatte das IOC selbst Zweifel an der Richtigkeit der A-Probe."

Außerdem sei die B-Probe in einem französischen Labor der französischen Antidoping-Agentur AFLD geöffnet worden. Dies hatte der frühere Gerolsteiner-Profi wegen Befangenheit abgelehnt. ("Es wurde nur rumgepfuscht")

Bei Nachkontrollen der Tour de France durch die AFLD war bei Schumacher der Epo-Nachfolger Cera nachgewiesen worden.

Sperre weltweit ausgedehnt

Auch hier hatte der 27-Jährige wegen Verfahrensfehler die Öffnung der B-Probe verweigert. Die AFLD sperrte "Schumi" trotzdem für zwei Jahre, woraufhin der Radsport-Weltverband UCI die Sperre bis zum 21. Januar 2011 weltweit ausdehnte.

Gegen diese Entscheidung hat Schumacher beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Klage eingelegt. Dieser Prozess beginnt am Mittwoch, ausgerechnet ein Jahr nach seiner sensationellen Fahrt ins Gelbe Trikot der Tour de France.

Schumacher war zweimal bei der Tour und einmal bei Olympia positiv getestet worden. Der WM-Dritte von 2007 bestritt bisher seine Unschuld, während sein früherer Gerolsteiner-Teamkollege Bernhard Kohl - ebenfalls des Cera-Dopings überführt - ein Geständnis abgelegt hatte. (Kohl resigniert vor dem Dopingsumpf)

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