vergrößernverkleinern
Thor Hushovd gewinnt die sechste Etappe der Tour de France im Sprint © AFP

David Millar hat auf der 6. Etappe den Sieg vor Augen, wird aber noch vom Feld geschluckt. Ein Cervelo-Fahrer triumphiert.

Barcelona - Sechster, Fünfter, Vierter: Wenn die Radstars bei der 96. Tour de France um die Plätze auf dem Podium sprinten, bleibt für Gerald Ciolek nur die Zuschauerrolle.

Auf der letzten Flachetappe vor den Pyrenäen feierte der Norweger Thor Hushovd auf dem Olympia-Hügel von Barcelona einen überlegenen Sieg vor den Spaniern Oscar Freire und Jose Rojas.

Ciolek wurde Vierter, die Träume vom lang ersehnten Tagessieg platzten erneut.

"Der Sprint war speziell. Ich habe ein bisschen den Antritt verpasst", sagte Ciolek.

"Nötige Kraft hat gefehlt"

Der völlig durchnässte und erschöpfte 22-Jährige musste aber auch zugeben: "Am Ende hat die nötige Kraft gefehlt."

45 Kilometer vor dem Ziel war der frühere U-23-Weltmeister auf den regennassen Straßen Spaniens auch noch gestürzt.

Im Finale war Cervelo-Star Hushovd nicht zu schlagen und siegte mit mehr als einer Radlänge Vorsprung.

Cancellara verteidigt Gelbes Trikot

Der Schweizer Fabian Cancellara (Saxo Bank) verteidigte die Führung im Gesamtklassement vor dem zeitgleichen Rekordsieger Lance Armstrong (USA/Astana) erfolgreich und fährt am Freitag im Gelben Trikot nach Andorra-Arcalis (ÜBERSICHT: Das Ranking der Favoriten).

Tony Martin (Columbia) trägt weiter das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.

Für seinen Teamkollegen Mark Cavendish war das Finale in Barcelona zu schwierig, der Brite verteidigte dennoch souverän das Grüne Trikot des besten Sprinters.

Das Bergtrikot wanderte vom Finnen Jussi Veikkanen (FdJeux) auf die Schultern von Stephane Auge (Cofidis). Der Franzose sicherte sich das rot gepunktete Jersey auf seiner Flucht mit David Millar (Großbritannien/Garmin) und Landsmann Sylvain Chavanel (Quick Step).

Millar kurz vor dem Ziel eingeholt

Das Milram-Team hatte zuvor alles versucht, um Ciolek in die bestmögliche Position für das Finale auf dem Montjuich zu bringen.

Die fleißigen Helfer arbeiteten an der Spitze des Feldes und hatten maßgeblichen Anteil daran, dass der letzte Ausreißer Millar knapp einen Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde.

Milram-Sportchef Christian Henn war sichtlich zufrieden. "Es macht Mut wie das Team hier fährt. Gerald war bei allen Sprints dabei", sagte der Ex-Profi.

Man habe bisher einen schlechten und einen neutralen Tag sowie vier gute Tage gehabt:

"Die Berge kommen uns entgegen, weil Gerald da gut rüberkommt." Die "Milchmänner" setzen nun komplett auf die Karte Linus Gerdemann.

Treffen der Top-Favoriten am Freitag

Am Freitag erwartet das Fahrerfeld das längste Teilstück der diesjährigen Tour.

Über 224 km führt die Bergetappe von Barcelona nach Andorra-Arcalis. In dem Zwergstaat hatte Jan Ullrich am 15. Juli 1997 das Gelbe Trikot erobert und später in Paris seinen einzigen Toursieg gefeiert 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen).

In diesem Jahr wird die Etappe auch Aufschluss über die Leistungsstärke von Lance Armstrong geben.

Der Amerikaner redet selbst von der Frage, die ihn und jeden da draußen interessiere.

Kann der 37-Jährige seinem teaminternen Rivalen Contador nicht folgen, muss er sich wohl für den Rest der Tour in die zweite Reihe begeben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel